Politik

Laborantin stirbt in SibirienTrump geht nach möglichem Pestfall nicht von russischer Biowaffe aus

08.10.2026, 01:41 Uhr
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Donald Trump will "sehr bald" mit Wladimir Putin telefonieren. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Eine junge Forscherin eines Pest-Instituts stirbt in Russland an einer Lungenentzündung unklarer Herkunft. Russland habe "die Lage sehr gut im Griff", beteuert US-Präsident Trump. Auch Karl Lauterbach sieht für die Bevölkerung in Europa "derzeit kein erhöhtes Risiko".

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben aktuell nicht davon aus, dass der Tod der Mitarbeiterin eines Pest-Forschungszentrums in Sibirien in Zusammenhang mit einer Biowaffe steht. Auf eine entsprechende Frage sagte er im Weißen Haus: "Nun, das glauben wir nicht." Man werde es bald herausfinden.

Worauf er sich bei seiner Einschätzung stützt, erläuterte Trump dabei nicht. Der US-Präsident machte deutlich, dass sein angekündigtes Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin noch aussteht. Trump hatte am Dienstag verkündet, dass er wegen des undurchsichtigen Krankheitsfalls, bei dem der Verdacht auf Lungenpest im Raum steht, mit Putin telefonieren wolle. Dass Telefonat werde "sehr bald stattfinden", sagte Trump in dem Zuge. Das US-Außenministerium hatte die russischen Behörden bereits zuvor aufgefordert, Informationen schnell und transparent mitzuteilen.

Auf die Frage, ob er von Russland aktuell denselben Eindruck bekomme wie zu Beginn der Corona-Pandemie von China, sagte Trump nun: "China hat nicht viel gesagt, und Russland sagt auch nicht viel. Aber sie sagen, dass sie die Lage sehr gut im Griff haben."

Die 28 Jahre alte Wissenschaftlerin, die am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten arbeitete, war am Freitag im Kreiskrankenhaus der Stadt Schelechow bei Irkutsk in Sibirien gestorben. Nach Angaben der für Seuchenbekämpfung zuständigen russischen Behörde ist der Tod der Frau nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen. Als Todesursache nannte sie eine "Lungenentzündung unbekannter Herkunft".

"Russland muss offen mit den internationalen Gesundheitseinrichtungen, insbesondere der WHO, kooperieren. Dazu ist Russland verpflichtet", sagte Karl Lauterbach, früherer Bundesgesundheitsminister, der "Rheinischen Post". "Transparenz und schnelles Handeln sind das Wichtigste zur Vermeidung von Epidemien. Wenn wir eines aus der Corona-Zeit gelernt haben, dann ist es genau das", mahnte Lauterbach. Zugleich betonte er: "Für die Bevölkerung in Europa besteht jedoch derzeit kein erhöhtes Risiko."

Lungenpest ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie früh beginnt.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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