Politik

Länder sollen Verteidigung bezahlen Trump stellt außenpolitische Agenda vor

Wie würde eine Welt aussehen, in der Donald Trump US-Präsident ist? "America First" beschreibt er das Leitmotiv für seine Außenpolitik. Die Eigeninteressen sollen stets Vorrang haben. Das könnten die Nato-Verbündeten noch zu spüren bekommen.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump will die Verbündeten der USA im Falle eines Wahlsiegs stärker in die Pflicht nehmen. "Amerika zuerst", werde das Leitmotiv seiner Außenpolitik sein, fasste der umstrittene Milliardär es in einer Rede in Washington zusammen. Sollte er die Präsidentenwahl im November gewinnen, werde er sein Land militärisch und ökonomisch wieder stark machen.

Trump sagte, er werde die Interessen der Amerikaner und die Sicherheit der USA über alles stellen. Anders als Amtsinhaber Barack Obama werde er einen klaren Kurs verfolgen, damit Verbündete und Rivalen wieder genau wüssten, wo das Land stehe. Mit ihm als Präsident würden die USA den verloren gegangenen Respekt wieder zurückbekommen.

Trump bekräftigte Forderungen, wonach sich Verbündete stärker einbringen müssten, um auch deren eigene Sicherheit zu gewährleisten. "Die Länder, die wir verteidigen, müssen dafür bezahlen. Tun sie das nicht, müssen die USA bereit sein, diese Länder sich selbst verteidigen zu lassen." Auch auf Ebene der Nato werde er für einen finanziellen "Ausgleich" sorgen.

Die Verbündeten kritisierte er dafür, dass sie in der Sicherheitspolitik nicht ihren "fairen Anteil" beitrügen. Trump verwies darauf, dass in der Nato außer den USA nur die wenigsten Partner bislang die zugesagten mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für den Verteidigungsetat aufbrächten. Auch Deutschland gehört zu den Staaten, die diese Zielvorgabe bislang nicht erfüllen.

Kampfansage an Clinton

  Die Rede im altehrwürdigen Mayflower Hotel im Zentrum der US-Hauptstadt war mit Spannung erwartet worden. Seit Trump bei den Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ungeachtet aller Kritik von einem Sieg zum nächsten eilt, ist das anfängliche Amüsement über seine Auftritte zunehmend Sorgen gewichen, der schillernde Unternehmer könne tatsächlich US-Präsident werden.

In den vergangenen Tagen hatten sich Trumps Berater verstärkt bemüht, ihn präsidialer erscheinen zu lassen. Die Rede in Washington war Teil dieser Strategie. Seine Visionen für die Außenpolitik hatte er zwar auch an anderer Stelle schon dargelegt, es war allerdings die erste größere Rede ausschließlich zu diesem Thema.

Die Außenpolitik ist das Feld, auf dem Hillary Clinton als Expertin gilt. Trumps Rede, die er für ihn ungewöhnlich mit Hilfe eines Teleprompters hielt, war daher eine Kampfansage an die Ex-Außenministerin, die aller Voraussicht nach als Präsidentschaftskandidatin für die Demokraten in die Wahl zieht.

Trump: Amerika muss wieder Respekt erfahren

Obama und Clinton hätten eine "vollkommen desaströse Außenpolitik" verfolgt, sagte Trump. Diese habe dazu beigetragen, Verbündete wie Israel vor den Kopf zu stoßen und Rivalen wie den Iran zu stärken. Trump übte schwere Kritik am Atomabkommen mit dem Iran, das im vergangenen Sommer geschlossen wurde.

Fehler im Irak, in Ägypten und Libyen hätten dazu beigetragen, die Region ins Chaos zu stürzen. Die radikalislamische IS-Miliz sei aufgestiegen. Als Präsident werde er dafür sorgen, dass die terroristische Gruppe "sehr schnell verschwindet".

Trump kündigte zudem an, das US-Militär und dessen Ausrüstung auf den neuesten Stand zu bringen. Auch das Atomwaffenarsenal der USA müsse modernisiert werden. Er werde die US-Soldaten zwar nur in Marsch setzen, wenn dies unumgänglich sei. "Aber wenn Amerika kämpft, dann muss es kämpfen, um zu gewinnen." Aus einer Position der Stärke heraus sei eine Entspannung im Verhältnis zu Russland möglich. Und auch China werde die USA wieder respektieren, wenn diese auch ökonomisch wieder stark seien.

Quelle: ntv.de, hul/rts/dpa/AFP

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