Politik

Tiktok-Videos sorgen für Ärger Türkei ermittelt wegen Erdogan-Filters im Netz

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In den nächsten Wochen will die türkische Regierung über das umstrittene Social-Media-Gesetz abstimmen.

(Foto: REUTERS)

In den sozialen Medien sorgt ein neuer Filter für Furore: Mehrere Videos zeigen den türkischen Präsidenten Erdogan, der Menschen beim Geldzählen überrascht - eine Anspielung auf die jüngsten Sparappelle Erdogans. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Präsidentenbeleidigung". Es drohen bis zu vier Jahre Haft.

Wegen Videos in den sozialen Medien mit einem Filter, der den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan abbildet, haben die Behörden Ermittlungen eingeleitet. Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft leitete Schritte wegen "Präsidentenbeleidigung" gegen die Verantwortlichen des "beleidigenden" Videos ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Die Polizei sei aufgefordert worden, die Verdächtigen alsbald zu identifizieren und festzunehmen.

Das Video zeigt Menschen, die Bündel von Bargeld in der Hand halten oder zählen. Sobald plötzlich der türkische Präsident in Form eines Filters von hinten erscheint, bringen sie ihr Geld genervt in Sicherheit. "Holen Sie Ihre Devisen und Ihr Gold unter Ihren Kopfkissen hervor", hört man den Präsidenten daran anschließend sagen. Ein Hinweis darauf, dass Erdogan in der Vergangenheit wiederholt die türkische Bevölkerung ermutigt hatte, ihre Ersparnisse bei Banken anzulegen, um die marode türkische Lira zu stützen. Seit Monaten kämpft die Regierung gegen die Inflation und den Wertverlust der Landeswährung.

Nach Angaben türkischer Medien wurde das Video auf Tiktok erstellt und verbreitete sich dann schnell in den sozialen Medien. Die Behörden prüften derzeit, welche Benutzer die Videos erstellt oder geteilt haben, bestätigte ein Sprecher der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft. Die Grundlage der Ermittlungen sei Artikel 299 im Strafgesetzbuch, der Haftstrafen bis zu vier Jahre vorsieht.

Zuletzt wurde der türkischen Regierung vorgeworfen, die Kontrolle in den sozialen Medien ausweiten zu wollen. Die Opposition fürchtet, dass das sogenannte Desinformationsgesetz zu strengerer Zensur im Internet führt. Das türkische Parlament wird voraussichtlich in den nächsten Wochen über den Gesetzesentwurf abstimmen.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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