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Einem Bericht zufolge soll Brunson demnächst freikommen und in die USA zurückkehren dürfen.
Einem Bericht zufolge soll Brunson demnächst freikommen und in die USA zurückkehren dürfen.(Foto: AP)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Brunson seit zwei Jahren in Haft: Türkei will offenbar US-Pastor freilassen

Seit zwei Jahren wird der US-amerikanische Pastor in der Türkei festgehalten. Der Streit führt zu einer tiefen diplomatischen Krise zwischen den Regierungen in Washington und Ankara. Doch nun scheint die türkische Seite einzulenken.

Die USA und die Türkei haben sich offenbar im Streit um US-Pastor Andrew Brunson geeinigt. Der US-Sender NBC berichtet unter Berufung auf hochrangige Regierungsvertreter von einer "geheimen Vereinbarung", die den Weg für die Rückkehr Brunsons in die USA ebne. Bei der Gerichtsverhandlung am Freitag in der westtürkischen Küstenmetropole Izmir werde demnach erwartet, dass bestimmte Vorwürfe gegen den Geistlichen fallengelassen würden.

NBC berichtete, die Einzelheiten der Vereinbarung seien unklar. Mit dem Fall vertraute Personen sagten aber, sie beinhalte eine Zusage der USA, wirtschaftlichen Druck von der Türkei zu nehmen. Die Regierung von Präsident Donald Trump sei allerdings nicht vollständig überzeugt davon, dass die Türkei der Vereinbarung folgen werde. Grund dafür sei, dass die Regierung in Ankara bereits vor Monaten kurz vor einer entsprechenden Zusage gestanden habe. Allerdings hat sich die wirtschaftliche Lage in der Türkei seitdem deutlich verschlechtert.

Brunson werden in der Türkei Unterstützung von Terrorgruppen sowie Spionage vorgeworfen. Er wird seit zwei Jahren festgehalten. Vor der Fortsetzung des Prozesses sagte Brunsons Anwalt Ismail Cem Halavurt, er erwarte, dass der Hausarrest aufgehoben werde und sein Mandant ausreisen dürfe. Der Fall hatte eine schwere Krise zwischen den Nato-Partnern USA und Türkei ausgelöst. Trump hatte im August angekündigt, Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei zu verdoppeln, und damit die Talfahrt der Türkischen Lira beschleunigt.

Quelle: n-tv.de