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Giftgas-Prüfung verzögert sich UN-Team wird in Duma beschossen

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Blick auf eine zerstörte Straße in Duma, einem Vorort von Damaskus.

(Foto: dpa)

Chemieexperten sollen die mutmaßliche Giftgasattacke im syrischen Duma untersuchen. Sie brauchen nur noch grünes Licht von einem Voraustrupp der Vereinten Nationen, der die Sicherheitslage erkundet. Doch dann das: Das UN-Team wird angegriffen.

Ein UN-Sicherheitsteam ist bei einer Erkundungstour in der syrischen Stadt Duma beschossen worden. Bei dem Zwischenfall am Dienstag sei auch ein Sprengsatz detoniert, teilte die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) mit. Das Team sei unverletzt nach Damaskus zurückgekehrt, sagte ein UN-Vertreter. Es sollte prüfen, ob die Chemiewaffenexperten der OPCW am Ort eines mutmaßlichen Giftgasangriffs in Duma ihre Arbeit aufnehmen können. Nach elf Tagen ist zunehmend fraglich, ob von dem mutmaßlichen Chemieangriff in Duma noch Spuren zu finden sind.

"Zurzeit wissen wir nicht, wann das Expertenteam nach Duma geschickt werden kann", erklärte der OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü. Dies werde er nur dann in Erwägung ziehen, wenn aus Sicht der UN die Sicherheit gewährleistet sei und das OPCW-Team "ungehinderten Zugang" zum mutmaßlichen Angriffsort bekomme.

Die UN-Sicherheitsexperten hatten zwei Orte in Duma besucht, erklärte Üzümcü. Am zweiten Ort sei es unter Beschuss gekommen und ein Sprengsatz sei explodiert. Die UN-Sicherheitsexperten würden gemeinsam mit den syrischen und russischen Einheiten die Sicherheitslage prüfen. Das Gebiet steht inzwischen unter Kontrolle der syrischen Regierung und seines Verbündeten Russland.

USA machen Assad-Regime verantwortlich

Die OPCW-Experten waren am Samstag nach Damaskus gereist, um zu klären, ob die syrischen Regierungstruppen in Duma tatsächlich Giftgas eingesetzt haben. Sie sollen mit Hilfe von Interviews, Bluttests und Bodenproben vor Ort nach Belegen für den mutmaßlichen Angriff auf die ehemalige Rebellenhochburg suchen.

Doch die Untersuchung der Chemiewaffenexperten verzögert sich immer weiter. Nach OPCW-Angaben verschoben die Experten ihre für diesen Mittwoch angekündigte Inspektion in Duma wegen des Angriffs auf die UN-Mitarbeiter. Schon zuvor hatte sich die OPCW-Mission verzögert, da der syrischen Regierung zufolge auf der Straße nach Duma noch Minen geräumt werden mussten.

Die USA machen das syrische Regime für die Verzögerungen der OPCW-Ermittlungen verantwortlich. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, Damaskus habe dafür gesorgt, dass die internationalen Experten nicht zu den entsprechenden Orten gelangen könnten. Bereits in der Vergangenheit habe die Regierung die Zeit nach einem Angriff genutzt, um Beweise zu beseitigen.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/rts/dpa

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