Politik

Nordkorea droht mit Raketen US-Flugzeugträger erreicht Südkorea

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Die "Carl Vinson" hat zusammen mit ihren Begleitschiffen inzwischen Südkorea erreicht.

(Foto: AP)

Seine Bewegungen wurden zuletzt mit Spannung verfolgt, nun erreicht der US-Flugzeugträger "Carl Vinson" die koreanische Halbinsel. Dort beginnt er umgehend mit militärischen Übungen. In Pjöngjang warnt man vor einem "extrem gefährlichen Nuklearkrieg".

Inmitten neuer Spannungen zwischen den USA und Nordkorea hat der von US-Präsident Donald Trump nach Südkorea beorderte US-Flugzeugträger "Carl Vinson" sein Ziel erreicht. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Marine berichtete, nahm der Verband im Japanischen Meer (Ostmeer) an einem gemeinsamen Seemanöver mit Südkoreas Streitkräften teil. Die Übungen könnten bis zur nächsten Woche dauern. Die Entsendung des Flugzeugträgers durch die USA wird auch als Demonstration der Stärke gegenüber Pjöngjang verstanden.

Der atomgetriebene Träger bietet Platz für über 80 Flugzeuge. Das US-Atom-U-Boot "Michigan" hatte bereits vor einigen Tagen in Südkorea angelegt. Außerdem kam der französische Hubschrauberträger "Mistral" zu Übungen in Japan an. An Bord befinden sich auch Hubschrauber aus Großbritannien. Aus US-Kreisen verlautete, die Regierung in Washington könnte weitere Kriegsschiffe und Kampfjets in die Region verlegen.

Das nordkoreanische Parteiorgan "Rodong Sinmun" schrieb, die Verlegung der "Carl Vinson" sei "eine waghalsige Aktion von Kriegsverrückten, die auf einen extrem gefährlichen Nuklearkrieg abzielen". Beim kleinsten Anzeichen für eine Provokation werde Nordkorea Raketen in Richtung USA abfeuern.

Zuvor hatte Nordkorea trotz des wachsenden Drucks der USA und Chinas erneut eine Mittelstreckenrakete getestet. Nach amerikanischen und südkoreanischen Angaben zerbrach der Flugkörper allerdings kurz nach dem Start. Die Rakete wurde nach Angaben aus US-Kreisen aus der Region nördlich der Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert. Dabei habe es sich vermutlich um den Typ KN-17 gehandelt. Dem südkoreanischen Militär zufolge erreichte das Geschoss eine Höhe von etwa 70 Kilometern und zerbrach dann. In US-Regierungskreisen hieß es, der Test sei eine Provokation, die vor der Wahl in Südkorea am 9. Mai erwartet worden sei.

Trump twittert: "Schlecht!"

Auch US-Präsident Donald Trump kritisierte den Test als eine Respektlosigkeit gegenüber China, dem einzigen großen Verbündeten des abgeschotteten kommunistischen Staates. Auf Twitter schrieb Trump, Nordkorea habe die Wünsche Chinas "und dessen hoch angesehenen Präsidenten" Xi Jinping nicht respektiert: "Schlecht!" Trump hatte wenige Stunden vor dem Test in einem Reuters-Interview gewarnt, es könne am Ende zu einem "großen, großen Konflikt" mit Nordkorea kommen. Er hat einen Militärschlag nicht ausgeschlossen.

Chinas Außenminister Wang Yi hatte im UN-Sicherheitsrat gesagt, es sei nicht an China, den Konflikt zu lösen. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua schrieb, Nordkorea und die USA müssten sich vorsichtig verhalten, ansonsten drohten Folgen für die gesamte Welt. Der südkoreanische Experte Kim Dong Yub von der Universität Kyungnam sagte, möglicherweise hätten die nordkoreanischen Entwickler trotz der kurzen Flugzeit die gewünschten Daten erhalten und die Mittelstreckenrakete dann selbst gesprengt, um die Regierung in Peking nicht weiter zu provozieren. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte den Test als gravierenden Verstoß gegen die internationale Ordnung.

Kurz vor dem Test hatte sich der UN-Sicherheitsrat mit den Spannungen auf der koreanischen Halbinsel befasst. "Die Gefahr einer Nuklearattacke auf Seoul oder Tokio ist echt, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Nordkorea die Fähigkeit entwickelt hat, auch die USA anzugreifen", warnte US-Außenminister Rex Tillerson. Im Februar hatte Nordkorea erfolgreich eine neue Mittelstreckenrakete getestet, die nach dortigen Angaben einen Atom-Sprengstoff tragen kann. Einen weiteren erfolgreichen Raketenstart gab es Anfang März.

Die zunehmenden Spannungen zwischen Nordkorea und den USA versetzen auch die Staaten Südostasiens in immer größere Sorge. Bei einem Gipfel zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) auf den Philippinen gehörte der Konflikt zu den wichtigsten Themen. Die Staats- und Regierungschefs der zehn Mitglieder arbeiteten an einer Erklärung, mit der Nordkorea aufgefordert werden sollte, sich ans Völkerrecht und die einschlägigen UN-Resolutionen zu halten.

Quelle: ntv.de, mli/rts/dpa