Politik

"Anti-Terror-Mission" in Syrien US-geführte Truppen töten Zivilisten

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Ein Hubschrauber bei einem Angriff im Nordosten Syriens im Januar.

(Foto: AP)

Es soll "die größte Operation dieser Art seit dem Einsatz gegen Bagdadi" gewesen sein: Im Norden Syriens kommt es zu einem mehrstündigen Gefecht mit Spezialkräften der US-Armee. Etliche Zivilisten kommen dabei offenbar ums Leben. "Die Mission war erfolgreich", heißt es dagegen im Pentagon.

US-geführte Streitkräfte haben Augenzeugenberichten zufolge das Wohnhaus eines mutmaßlichen Mitglieds der Islamisten-Organisation Al-Kaida in Syrien angegriffen. Mehrere Hubschrauber seien nahe der Stadt Atmeh in der syrischen Rebellen-Provinz Idlib gelandet und in der Nähe des Hauses eines ausländischen Islamisten seien Explosionen zu hören gewesen, sagten Einwohner der Stadt und Insider der gegen die syrische Regierung kämpfenden Rebellen übereinstimmend der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Anwohner berichtete, dass Rettungskräfte mindestens zwölf Tote aus den Trümmern eines mehrstöckigen Gebäudes geborgen hätten, darunter auch Frauen und Kinder. Es gab keine Bestätigung, dass Islamisten bei dem Angriff ums Leben kamen.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht von etwas anderen Ziel des Angriffs aus. Sie berichtet, dass 13 Zivilisten bei schweren Gefechten im Nordwesten zwischen der von den USA angeführten Koalition und der Terrormiliz Islamischer (IS) getötet worden seien. Unter ihnen seien auch vier Kinder.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte lediglich eine Anti-Terror-Mission mit Spezialkräften der US-Armee. "Die Mission war erfolgreich", heißt es in einer Mitteilung. Es habe keine US-Opfer gegeben.

"Sie wollten ihn offenbar lebend"

Die Operation habe laut Augenzeugen mehr als zwei Stunden gedauert, berichtet der Syrien-Experte Charles Lister, leitender Mitarbeiter des in Washington ansässigen Middle East Institute. "Wen auch immer sie suchten, sie wollten ihn offenbar lebend." Nach Ansicht von Lister sei dies "die größte Operation dieser Art seit dem Einsatz gegen Bagdadi". Der Anführer des sogenannten Islamischen Staates IS, Abu Bakr al-Bagdadi, starb 2019 bei einer Razzia von US-Spezialkräften im Nordwesten Syriens.

Im Bürgerkriegsland Syrien kämpft eine Militärkoalition unter Führung der USA gegen den IS. Dieser hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Norden des Irak in seine Gewalt gebracht. Kurz darauf riefen die Dschihadisten ein Kalifat aus, zu dem auch Regionen im Nachbarland Syrien gehörten. Militärisch wurde die Terrormiliz im März 2019 besiegt, sie ist jedoch weiter in beiden Ländern aktiv und verübt immer wieder Anschläge.

Quelle: ntv.de, ghö/rts/dpa

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