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"Wir haben den IS besiegt" USA beginnen Truppenabzug aus Syrien

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Rund 2000 US-Soldaten trainieren und beraten in Syrien Oppositionstruppen.

REUTERS

Auf Donald Trumps Anordnung hin beginnt der Abzug der in Syrien stationierten US-Truppen. Dort trainieren und beraten sie Oppositionsgruppen - unter anderem die kurdische Miliz YPG. Gegen diese will die Türkei seit Wochen eine Offensive starten.

Die USA haben nach Angaben des Weißes Hauses mit dem Rückzug ihrer Soldaten aus Syrien angefangen. "Wir haben damit begonnen, US-Soldaten nach Hause zu holen, während wir in die nächste Phase dieses Einsatzes übergehen", heißt es in einer von der Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, verbreiteten Stellungnahme. Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass US-Präsident Trump den Abzug beschlossen hatte. Trump signalisiert schon seit langem, dass er diesen Schritt machen wolle.

Auf Twitter hatte der Präsident argumentiert, dass der von den USA angeführte Kampf gegen den IS in Syrien so gut wie gewonnen sei. Die "New York Times" berichtet, das offizielles Statement sei herausgezögert worden, da Pentagon-Mitarbeiter noch versucht hatten, den Präsidenten von seiner Entscheidung abzubringen. Ein Abzug der Truppen könnte die kurdischen Alliierten verraten, die zum Teil Seite an Seite mit US-Soldaten in Syrien gekämpft hatten.

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Dem "Wall Street Journal" zufolge wurden bereits Verbündete in der Region unterrichtet. Trump hatte in der vergangenen Woche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Die USA haben derzeit rund 2000 Soldaten in Syrien stationiert, offiziell als Berater und Trainer der syrischen Oppositionstruppen im Kampf gegen den IS.

Die Türkei hatte über Wochen mit einer Offensive gegen die kurdische Miliz YPG in Nordsyrien gedroht. Diese steht unter dem Schutz der USA. Der türkische Präsident hatte im Rahmen einer Rede im türkischen Konya gesagt, Trump habe der Türkei "grünes Licht" für die Offensive gegeben. Das würde eine Abkehr von der ursprünglichen Politik der USA darstellen: Kurz zuvor hatte das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt, jede einseitige Initiative in der Region sei inakzeptabel.

Truppenabzug könnte Russlands Position stärken

Die "New York Times" zitiert Pentagon-Mitarbeiter, die die Meinung vertreten, ein Truppenabzug könnte das Vertrauen anderer Kämpfer in der Region kosten. Seit Tagen soll es zu der Entscheidung Meetings geben. Unter anderem soll der Verteidigungsminister Jim Mattis versucht haben, Trump davon zu überzeugen, dass die Abwesenheit von US-Truppen in Syrien die Rollen Russlands und des Irans in der Region stärken könnte.

Der Truppenabzug war ursprünglich ein Wahlkampfversprechen Trumps gewesen. Im April hatte er jedoch zugestimmt, dem Verteidigungsministerium mehr Zeit zu geben, um die Mission in Syrien zu vollenden.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa/rts

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