Politik

Atomstreit mit Nordkorea USA entwickeln Plan

Die USA planen im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm kein militärisches Vorgehen und setzen weiter auf Diplomatie. Das machte Außenminister Colin Powell in Fernsehinterviews klar. Die USA verfügten über eine ganze Reihe von Möglichkeiten, politischer, wirtschaftlicher, diplomatischer und auch militärischer Natur. Aber die USA wollten keine Krisenstimmung schaffen, indem sie Nordkorea bedrohten.

US-Medien berichteten von einem Plan der USA, im UN-Sicherheitsrat eine Verurteilung Nordkoreas und die Verhängung von Wirtschaftssanktionen zu erreichen, sollte das kommunistische Land an der Wiederaufnahme des Atomprogramms festhalten. Die Nachbarländer Nordkoreas sollen dazu bewegt werden, ihre Handelsbeziehungen einzustellen oder einzuschränken. Außerdem sollten US-Kriegsschiffe den Export von Waffen aus Nordkorea verhindern, berichteten US-Medien. Verhandlungen mit dem kommunistischen Land würden von Washington weiter abgelehnt. Voraussetzung für einen Dialog sei das Einlenken der Führung in Pjöngjang, hieß es.

Unterdessen hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) angekündigt, dass ihre Inspekteure Nordkorea bis Dienstag kommender Woche verlassen werden. Damit komme man einer Aufforderung Pjöngjangs nach, hieß es in einer Erklärung der IAEO am Samstag. Die Inspekteure haben bislang die nach einem Abkommen von 1994 stillgelegten Atomanlagen in Nordkorea überwacht.

Nach südkoreanischen Angaben sind inzwischen 1.000 Atombrennstäbe in ein Lager des stillgelegten Reaktors in Yongbyon transportiert worden. Pjöngjang begründet die Vorbereitungen zur Inbetriebnahme des Reaktors mit Energieengpässen nach dem Stopp von Heizöllieferungen durch die USA und andere westliche Industrieländer.

Beobachter befürchten, dass Nordkorea in dem Reaktor waffentaugliches Plutonium gewinnen und dies zum Bau von Atombomben benutzen könnte.

Die Außenminister Chinas und Südkoreas, Tang Jiaxuan und Choi Sung-hong, haben bei einem am Samstag geführten Telefongespräch betont, der Streit müsse friedlich und durch einen Dialog beigelegt werden, berichtete die offizielle chinesische Agentur Xinhua am Sonntag. China sei "zutiefst besorgt" über die jüngsten Entwicklungen in Nordkorea und trete weiterhin für eine nuklearfrei Zone auf der koreanischen Halbinsel ein, sagte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums Liu Jianchao.

Quelle: ntv.de