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Video-Grußwort von Donald Trump USA eröffnen Botschaft in Jerusalem

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Fahnen, US-Marines, Video-Leinwand: Die Zeremonie zur Botschaftseröffnung findet vor geladenen Gästen statt.

(Foto: REUTERS)

Der Schritt ist getan: Im Beisein der Präsidententochter Ivanka Trump und ihres Mannes Jared Kushner weiht US-Finanzminister Mnuchin das Botschaftsgebäude am neuen Standort in Jerusalem ein. In einer Video-Übertragung spricht Trump von "Frieden".

Die USA haben am Nachmittag ihre Botschaft in Israel am neuen Standort in Jerusalem offiziell eröffnet. Botschafter David Friedman begrüßte zu der feierlichen Zeremonie rund 800 Gäste, darunter den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, US-Finanzminister Steven Mnuchin sowie zahlreiche politische und religiöse Würdenträger, darunter auch mehrere US-Senatoren.

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Offiziell ist sie als Senior-Beraterin des US-Präsidenten dabei: Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, enthüllt am Eingang der neuen Botschaft eine Gedenktafel mit dem Namen ihres Vaters.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Donald Trump hatte die Verlegung der Vertretung in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem im vergangenen Dezember beschlossen. Als Vertreter der US-Regierung nahmen die Tochter und der Schwiegersohn Trumps, Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner, an den hermetisch abgeschirmten Eröffnungsfeierlichkeiten teil.

US-Botschafter Friedman verwies in seiner Rede ausdrücklich auf die persönliche Entscheidung Trumps, die genau 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels die Verlegung der US-Vertretung nach Jerusalem möglich gemacht habe. Die Botschaftseröffnung fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stat

Trump selbst wandte sich per Video-Schaltung aus Washington an die geladenen Gäste in Jerusalem: Dabei ging der US-Präsident auch erneut auf die Beweggründe seiner Entscheidung ein und bekräftigte, dass die USA weiterhin eine aktive Rolle im Nahost-Friedensprozess übernehmen wollen. Sein Land bleibe einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten verpflichtet, erklärte Trump. Er betonte zugleich, wie "jede andere souveräne Nation" habe Israel das Recht, über den Sitz seiner Hauptstadt zu entscheiden.

Trump: USA wollen "Frieden schaffen"

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Trump hatte im Dezember Jerusalem als Hauptstadt des israelischen Staates anerkannt und zugleich die Verlegung der Botschaft angekündigt. In seiner kurzen Videoansprache sagte er nun: "Unsere größte Hoffnung ist der Frieden". Aus der Sicht der Palästinenser stellt die Botschaftsverlegung eine Provokation historischen Ausmaßes dar, da sie den Ostteil von Jerusalem als Hauptstadt ihres eigenen Staates betrachten.

Die USA seien entschlossen, dabei zu helfen, "einen nachhaltigen Frieden zu schaffen", erklärte US-Präsident Trump. In Bezug auf die zeitgleichen tödlichen Proteste an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel sagte Trumps Schwiegersohn Kushner: "Diejenigen, die Gewalt provozieren, sind Teil des Problems, nicht Teil der Lösung." Kushner gehört offiziell als Berater zu Trumps Team, das sich um eine Friedenslösung für den Nahen Osten bemühen soll.

Tödliche Proteste an Israels Grenze

Während die Feier zur Botschaftseröffnung am neuen Standort in Jerusalem lief, kam es in den Palästinensergebieten an der Grenze zu Israel zu teils gewaltsamen Ausschreitungen. Nach Angaben der Armee beteiligten sich zunächst mehr als 35.000 Menschen an zwölf verschiedenen Orten an den Protesten am Grenzzaun.

Teils vermummte Palästinenser schleuderten Steine und Brandsätze Richtung Grenze. Israelische Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas und scharfen Schüssen. Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden kamen dabei mindestens 37 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten soll in die Tausende gehen. Die israelische Luftwaffe griff eigenen Angaben zufolge einen Hamasposten im nördlichen Gazastreifen an. Damit habe die Armee auf Beschuss von dort auf Soldaten reagiert, hieß es.

Israel hat den Ostteil Jerusalems im Sechstagekrieg 1967 erobert. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat Palästina lehnt die israelische Regierung ab. Doch die internationale Gemeinschaft pocht darauf, dass der künftige Grenzverlauf in Verhandlungen beider Seiten geklärt wird. Dies hat auch Trump gesagt. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach vor der Botschaftseröffnung von einem "bewegenden Tag für das Volk Israel und den Staat Israel". Netanjahu zitierte zudem aus der Bibel: "Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende." Israel feiert den Schritt am 70. Jahrestag seiner Staatsgründung als politischen Triumph.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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