Politik

Militärischer Fokus auf China USA rüsten Stützpunkte im Pazifik auf

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Das US-amerikanische Überseegebiet Guam: Militärflughäfen und Munitionslager im Raum sollen modernisiert werden.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die Spannungen zwischen den USA und China nehmen zu. Das Pentagon bereitet sich auf mögliche Militäreinsätze vor und will seine Präsenz in der Pazifikregion deutlich ausbauen. Peking hingegen sieht darin einen Vorwand und fühlt sich "umzingelt".

Das US-Verteidigungsministerium will seine Stützpunkte für potenzielle Einsätze gegen Russland und China ausbauen. Wie das Pentagon am Montag nach einer internen Bestandsaufnahme bekannt gab, sollen die militärischen Einrichtungen auf der Pazifikinsel Guam und in Australien erweitert werden. Damit setzt Washington einen deutlichen Fokus auf China als wichtigsten militärischen Widersacher.

In Australien will das Verteidigungsministerium den Angaben zufolge unter anderem nach einem Rotationsprinzip neue Kampfflugzeuge und Bomber stationieren und Bodentruppen ausbilden. Zudem sollen die Militärflughäfen und Munitionslager in Australien, auf Guam und auf den Nördlichen Marianen modernisiert werden.

Weitere Einzelheiten aus der von der Regierung von Präsident Joe Biden Anfang des Jahres in Auftrag gegebenen "Global Posture Review" sollten jedoch geheim bleiben, erklärte das Verteidigungsministerium weiter. Die hochrangige Pentagon-Beamtin Mara Karlin bestätigte, dass der indopazifische Raum für die US-Streitkräfte Priorität habe. Der Plan sieht demnach auch eine zusätzliche Zusammenarbeit mit Verbündeten und Partnern in der Region vor, um Initiativen voranzutreiben, die zur regionalen Stabilität beitragen. Es gehe auch darum, "potenzielle militärische Angriffe Chinas und Bedrohungen durch Nordkorea abzuwehren", erklärte Karlin.

Mehr Flexibilität im Nahen Osten

Darüber hinaus will Washington den Angaben zufolge die Abschreckung gegenüber Russland stärken und es den Nato-Streitkräften ermöglichen, "effektiver vorzugehen". Der Nahe Osten bleibe nach den langen Kriegen im Irak und in Afghanistan indessen ein unbeständiges Gebiet. Je nach Bedrohungslage könne Washington schnell reagieren und Truppen in die Region verlegen, erklärte eine weitere hochrangige Pentagon-Vertreterin.

China reagierte mit scharfen Worten auf die US-Ankündigung. Peking warf Washington vor, "einen imaginären Feind zu schaffen" und "keine Mühe zu scheuen, um China zu umzingeln und einzugrenzen". "Wir lehnen es entschieden ab, dass die Vereinigten Staaten die 'China-Bedrohungs-Theorie' als Vorwand nutzen, um ihre Militärausgaben zu erhöhen", sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian.

Die Spannungen zwischen Washington und Peking haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen verschärft: Neben den Gebietsansprüchen Pekings im Südchinesischen Meer geht es auch um Handelsfragen, die Menschenrechtslage und den Umgang mit der Sonderverwaltungszone Hongkong. Biden sieht das wirtschaftlich und militärisch aufstrebende China als größte geopolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts an und will der Regierung in Peking entschieden entgegentreten. Zugleich sucht er die Zusammenarbeit bei Themen wie dem Klimaschutz.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP

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