Politik

Öl-Deal veröffentlicht USA sichern sich Zugang zu Venezuelas riesigen Ölreserven

01.09.2026, 14:19 Uhr
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Ein Öltanker liegt im venezolanischen Maracaibo-See vor Anker. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Nach Maduros umstrittener Verhaftung bleibt offen, was mit Venezuelas riesigen Ölreserven geschieht. Zugleich setzen hohe Spritpreise Trump wegen des Iran-Kriegs innenpolitisch unter Druck. Nun präsentiert seine Regierung Details zu einem Abkommen mit Venezuela.

Die US-Regierung hat Details zu ihrem geplanten Öl-Abkommen mit Venezuela veröffentlicht. Eine zentrale Rolle soll dabei das Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) übernehmen, wie aus einer Mitteilung des Weißen Hauses hervorgeht. Dieses rechnet mit Investitionen von fast 100 Milliarden US-Dollar in die venezolanische Ölindustrie und mehr als 209 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen für den venezolanischen Fiskus.

Demnach räumt NABEP dem US-Verteidigungsministerium einen Anteil von 35 Prozent an seiner Muttergesellschaft ein. Zudem gewährt das Unternehmen dem US-Außenministerium das Recht, 20 Prozent des derzeit und künftig produzierten Öl zum Selbstkostenpreis zu erwerben. Für die restlichen 80 Prozent der Produktion erhält das Außenministerium ein Vorkaufsrecht.

Die US-Regierung bekommt zusätzlich ein Vetorecht bei der Ernennung von Mitgliedern des Verwaltungsrats. Eine Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder müssen US-Staatsbürger sein. NABEP ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Ölproduzent in Venezuela.

Experten sind skeptisch

Das Abkommen soll die venezolanische Ölproduktion deutlich steigern und die Energiesicherheit der USA stärken. Experten erwarten allerdings, dass es wegen des schlechten Zustands der venezolanischen Ölindustrie Jahre dauern dürfte, bis zusätzliche Fördermengen spürbar werden.

"Die Zahl der Reserven ist ein Bestand, der Jahrzehnte brauchen wird, um in tatsächliche Förderung umgewandelt zu werden," schrieb Tracy Shuchart, Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Hightower Resource Advisors auf X. "Die Ölmengen, die tatsächlich Einfluss auf die Spritpreise in den USA haben könnten, werden voraussichtlich erst in fünf bis 15 Jahren verfügbar sein."

Das Öl-Geschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump will seit der Festnahme des damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang des Jahres die großen Ölvorkommen des Landes für sich nutzen. Trump steht innenpolitisch unter Druck, weil der Iran-Krieg die Treibstoffpreise auch in den USA in die Höhe treibt.

Mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel verfügt Venezuela über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert werden kann. Trotz der enormen Reserven liegt die venezolanische Ölproduktion derzeit bei etwa einer Million Barrel pro Tag. Vor rund 20 Jahren waren es noch fast drei Millionen Barrel täglich.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

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