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In Grundzügen einig USA und Taliban nähern sich Friedensvertrag

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In Afghanistan soll endlich Frieden einkehren.

(Foto: REUTERS)

Seit 17 Jahren sind die USA in Afghanistan stationiert. Seit fast einem Jahrzehnt kommen die Verhandlungen über ein Friedensabkommen nicht voran. Nun haben sich beide Seiten auf einen Rahmenvertrag geeinigt.

Die USA und die radikalislamischen Taliban haben sich einem US-Unterhändler zufolge auf Grundzüge eines Friedensvertrages für Afghanistan geeinigt. "Wir haben einen Entwurf für einen Vertragsrahmen, der noch mit Details ausgefüllt werden muss, ehe er zu einem Abkommen werden kann", sagte der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad der "New York Times".

Die Taliban verpflichteten sich darin, alles zu tun, um Afghanistan nicht zu einem Zufluchtsort für internationale Extremisten werden zu lassen. Nach neun Jahren meist fruchtloser Bemühungen um ein Friedensabkommen bewertet die Zeitung dies als bisher handfestesten Schritt hin zu einem Ende des seit knapp 20 Jahren andauernden Krieges.

Die Unterhändler der Taliban hätten um Zeit gebeten, um sich mit ihrer Führung zu beraten, hieß es in US-Regierungskreisen. Dabei gehe es um die Forderung der USA, dass die Aufständischen mit der afghanischen Regierung verhandelten und sich zu einem Waffenstillstand als Teil eines Friedensabkommens bereiterklärten.

Über Details eines US-Truppenabzugs gebe es entgegen anderslautender Angaben der Taliban noch keine Einigung. Khalilzad hatte in Katar sechs Tage lang mit den Taliban verhandelt und kehrte am gestrigen Sonntag nach Kabul zurück, um die afghanische Regierung über seine Gespräche zu unterrichten.

Die USA bekräftigten unterdessen ihren Willen zum Abzug von Truppen aus Afghanistan. Die USA strebten "selbstverständlich keine ständige militärische Präsenz in Afghanistan" an, hieß es in Regierungskreisen. Die Vereinigten Staaten stünden zum Abzug ausländischer Truppen nach 17 Jahren Krieg. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani betonte, kein Afghane habe Interesse daran, das ausländische Truppen langfristig im Land blieben. Derzeit sind noch etwa 14.000 US-Soldaten am Hindukusch stationiert. Die Bundeswehr ist mit mehreren Hundert Soldaten im Einsatz.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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