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"Böswillige Aktivitäten" im Netz USA werfen Russland Hackerangriffe vor

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Neue US-Sanktionen kurz vor der Russland-Wahl: Kreml-Chef Wladimir Putin kandidiert für eine weitere Amtszeit.

(Foto: REUTERS)

Schwere Vorwürfe aus Washington: Die US-Regierung macht Russland nicht mehr nur für die Einmischung in den Wahlkampf 2016 verantwortlich. Russische Hacker sollen auch kritische Ziele der US-Infrastruktur attackiert haben - darunter auch Nuklearanlagen.

Die US-Regierung weitet die geltenden Sanktionen gegen Russland wegen der mutmaßlich russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 aus. Dies teilte Finanzminister Steven Mnuchin in Washington mit. Die Strafmaßnahmen gegen fünf Firmen und Organisationen sowie 19 Einzelpersonen seien eine Antwort auf "böswillige russische Cyberaktivitäten", darunter die versuchte Intervention bei den US-Wahlen.

Zusätzlich wirft Washington der Regierung in Moskau auch digitale Attacken gegen Einrichtungen der Energie-Infrastruktur vor. Die Rede war unter anderem von elektronischen Angriffen im Zusammenhang mit der sogenannten "NotPetya"-Attacke. Der Virus, der von infizierten Rechnern in der Ukraine ausging, soll im Westen und auch in Asien Schäden in Milliardenhöhe verursacht haben.

"Teuerster Angriff der Geschichte"

"Dieser Cyber-Angriff war die bislang zerstörerischste und teuerste Attacke der Geschichte", heißt es in der Begründung des US-Finanzministers. Der "NotPetya"-Virus und ähnliche Hackerangriffe seien Teil der ständigen Versuche des Kreml, den Westen zu destabilisieren. Daneben soll es zu weiteren Cyber-Attacken gekommen sein.

"Seit März 2016 haben Hacker im Auftrag der russischen Regierung auch Einrichtungen der US-Regierung und eine Vielzahl an kritischen Bereichen der Infrastruktur angegriffen", heißt es Mnuchin Erklärung wörtlich. Aufgezählt werden neben der Kraftwerken und Leitungen der Energieversorgung ausdrücklich auch nukleare Anlagen, Handelsunternehmen, die öffentliche Wasserversorgung, Industriebetriebe und Kontrollsysteme der Luftfahrt. Belegt seien diese Angriffe sowie die Taktik und das Vorgehen der Angreifer durch Studien aus dem US-Heimatschutzministerium und den Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI.

Die Antwort aus Moskau ließ nicht lange auf sich warten: Die russische Regierung kündigte "Vergeltungsmaßnahmen" an. "Wir reagieren mit Ruhe. Wir haben angefangen, Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten", sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax.

Ergebnisse der Mueller-Ermittlungen

Unter den von den Sanktionen betroffenen Personen sind auch die 13 russischen Staatsbürger, die vor kurzem von Sonderermittler Robert Mueller im Rahmen der Russland-Untersuchung angeklagt wurden. Sie sollen während des Wahlkampfes eine Kampagne in sozialen Netzwerken orchestriert haben. Ihnen wird der Zugang zum US-Finanzsystem künftig verwehrt.

Neu auf der erweiterten Sanktionsliste sind auch mehrere Offizielle des russischen Geheimdienstes GRU. Das Ministerium erklärte, der GRU und das russische Militär seien "direkt" in die Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 involviert gewesen. Die US-Geheimdienste beschuldigen Moskau seit längerem, sich unter anderem mit Hackerangriffen in den Wahlkampf 2016 eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton zu diskreditieren.

Sonderermittler Mueller und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei geheime Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab. Der US-Kongress hatte bereits im vergangenen Sommer ein Paket mit Sanktionen gegen Moskau verabschiedet und damit Trump unter Zugzwang gesetzt. Trump äußerte sich mit Blick auf Russland und die Einflussnahme stets zurückhaltender als andere Mitglieder seiner Regierung.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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