Politik

"Die Entscheidung eines Mannes" USA trauen Putin weitere Eskalation in der Ukraine zu

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"Er kann diesen Krieg heute beenden", sagt US-Verteidigungsminister Austin über Putin.

(Foto: AP)

Seit mehr als zwei Monaten führt Putin Krieg in der Ukraine. Große Erfolgsmeldungen können ihm seine Streitkräfte aber bislang nicht präsentieren. Das US-Verteidigungsministerium hält es für möglich, dass der Kremlchef noch weiter eskaliert - etwa durch den Einsatz von Chemiewaffen.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hält eine weitere Eskalation des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für denkbar. Es gebe mehrere Dinge, die der russische Präsident Wladimir Putin zur Eskalation tun könne, sagte Austin bei einer Anhörung im US-Senat auf eine entsprechende Frage. Dazu gehöre beispielsweise eine größere Cyber-Attacke oder der Einsatz von chemischen oder biologischen Waffen. Und schon jetzt sei Putins Vorgehen - mit Angriffen auf die Zivilbevölkerung, der Zerstörung von Städten und Dörfern und wahllosen Attacken - eine Eskalation.

Austin betonte zugleich mit Blick auf den Kremlchef: "Er kann diesen Krieg heute beenden." Putin habe diesen Krieg gewählt und könne jederzeit entscheiden, die Kämpfe einzustellen und seine Streitkräfte aus der Ukraine abzuziehen. "Dies ist die Entscheidung eines einzelnen Mannes."

Auf die Frage, ob im Fall einer weiteren Eskalation durch Russland doch ein Einsatz von US-Soldaten denkbar wäre, sagte Austin: "Das ist eine politische Entscheidung, die mein Chef zu treffen hat." US-Präsident Joe Biden hat bislang kategorisch ausgeschlossen, amerikanische Soldaten in die Ukraine zu schicken, um eine direkte militärische Konfrontation der USA mit Russland zu vermeiden. Die USA unterstützen die Ukraine stattdessen im großen Stil mit Waffenlieferungen und wirtschaftlicher Hilfe im Krieg gegen Russland.

Russland hat die Ukraine am 24. Februar angegriffen. Nachdem das russische Militär zunächst von Norden, Süden und Osten in das Nachbarland einmarschierte, haben sich Moskaus Truppen vor Kiew später zurückgezogen, um die Angriffe im Osten zu verstärken. Ein russischer Befehlshaber nannte vor zwei Wochen die Kontrolle über den Donbass sowie die gesamte Südukraine als Kriegsziel des Kreml.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 03. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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