Politik

London: Nachschub unterbrochen Krim könnte zu Problem für Kreml-Armee werden

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Die Explosionen auf der Krim haben nicht nur Folgen für den Tourismus der bei Russen beliebten Halbinsel.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Immer öfter erschüttern Explosionen die von Russland annektierte Krim. Auch wenn die Hintergründe noch unklar sind, dürften sie den Kreml beunruhigen. Eine Denkfabrik in den USA rechnet auch mit Folgen für die russische Kriegsführung.

Nach den Explosionen auf der Krim in der Nähe von Dschankoj und Gwardeskoje äußert sich auch das britische Verteidigungsministerium zur militärischen Lage. An den betroffenen Orten befänden sich "zwei der wichtigsten russischen Militärflugplätze auf der Krim". Dschankoj sei außerdem ein wichtiger Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt, der für den Nachschub in der Südukraine eine wichtige Rolle spiele.

Auch wenn die Ursache der Explosionen und das Ausmaß der Schäden auf der Krim noch unklar seien, dürften die russischen Besatzer "höchstwahrscheinlich zunehmend besorgt" sein über die offensichtliche Verschlechterung der Sicherheit auf der Krim, die als rückwärtiger Stützpunkt für die Besatzung fungiere.

Das Institute for the Study of War (ISW) sieht die russischen Streitkräfte durch mögliche ukrainische Angriffe ebenfalls verstärkt unter Druck. Diese seien wahrscheinlich "Teil einer ukrainischen Gegenoffensive", die darauf abziele, die Kontrolle über das Westufer des Flusses Dnipro zurückzuerlangen, schreibt der Thinktank.

Nachschublinien unterbrochen

Auch wenn Kiew eine Beteiligung nicht bestätigt hat, könnten Angriffe darauf abzielen, die russischen Nachschublinien zu unterbrechen. "Russische Nachschublinien von der Krim aus unterstützen direkt die russischen Streitkräfte auf dem ukrainischen Festland, einschließlich der Streitkräfte in der westlichen Region Cherson", schreibt das Institut. "Die Angriffe auf russische Bodenverbindungen und logistische und unterstützende Einrichtungen auf der Krim stehen im Einklang mit der ukrainischen Gegenoffensive, die auch Brücken über den Dnipro und russische logistische Unterstützungselemente in der besetzten Region Cherson im Visier hat."

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Eine Folge der ukrainischen Taktik sei wahrscheinlich, dass die russischen Streitkräfte nicht mehr in der Lage seien, ihre Kräfte am Westufer des Dnipro zu unterstützen und diese mit Luft- und Artillerieeinrichtungen am Ostufer vor ukrainischen Gegenangriffen zu schützen.

Nach ISW-Einschätzung bleiben die strategischen Ziele Russlands unverändert: ein Regimewechsel in Kiew und die Sicherung der territorialen Kontrolle über den größten Teil der Ukraine. Zwar habe der russische Präsident Wladimir Putin, als er vor Kurzem die russischen Kriegsziele beschrieb, Gebiete außerhalb des Donbass nicht erwähnt. Allerdings deuten russische Maßnahmen zur Integration der besetzten Gebiete in Cherson und Saporischschja in die Russische Föderation auf weitergehende Ambitionen des Kreml hin.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 17. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ghö

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