Politik

Drei Prozent mehr in einem Jahr Umfragen sehen Le Pens Partei im Aufwind

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Ist Marine Le Pen eine Gefahr für die Demokratie? Nur noch 49 Prozent der Franzosen glauben das.

(Foto: picture alliance / abaca)

Frankreich läuft sich für die Präsidentschaftswahlen in einem Jahr warm. Nachdem sich Präsident Macron erst kürzlich für eine zweite Amtszeit selbst ins Rennen geschickt hat, sehen Umfragen seine größte Herausforderung am rechten Rand: Die Partei von Marine Le Pen sammelt Glaubwürdigkeitspunkte.

Rund ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen wächst in Frankreich einer Umfrage zufolge die Unterstützung für die Partei der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen. Den Ideen der Rechtsaußenpartei Rassemblement National (RN/früher: Front National) stimmen 29 Prozent der Befragten zu, wie die Ergebnisse einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar für den Sender Franceinfo und die Zeitung "Le Monde" zeigten. Das ist ein Anstieg von drei Prozentpunkten innerhalb eines Jahres.

Den höchsten Zustimmungswert für die Ideen von RN gab es 2014 mit 34 Prozent. Nur noch knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ist davon überzeugt, dass die Partei eine Gefahr für die Demokratie in Frankreich darstellt. Im Gegenzug sind 42 Prozent davon überzeugt, dass RN keine Gefahr für die Demokratie darstellt - das ist der höchste Wert bei dieser Frage seit 2014. Die restlichen Befragten hatten zu der Frage keine Meinung. Gleichzeitig steige der Anteil der Menschen, die noch nie für RN gestimmt haben, dies aber in Erwägung ziehen, wieder an, so Kantar.

Knapp ein Viertel (24 Prozent) der Befragten würde Marine Le Pen für eine gute Präsidentin halten und hält sie für ehrlich und vertrauenswürdig. Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass sie entschlossen ist (67 Prozent) und in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen (53 Prozent). Le Pen hatte bereits angekündigt, dass sie bei den Wahlen um das höchste Staatsamt in einem Jahr wieder antreten will. Nach ihrer schweren Schlappe gegen Emmanuel Macron hofft die Juristin nun auf eine Revanche.

Macron will wieder antreten

Macron hatte Ende April erstmals Pläne für eine mögliche zweite Amtszeit skizziert. Er hoffe im Jahr 2025 auf Schlagzeilen zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Frankreich in einem starken Europa, schrieb der Staatschef in einem Gastbeitrag für die Zeitung "L'Opinion". Er glaube fest an eine "Renaissance" seines Landes nach der Corona-Pandemie. Macron kam der Bitte der Zeitung nach, seine "Visionen für 2025" aufzuschreiben. "Wir arbeiten daran, dass im April 2025 eine Titelseite über die industrielle Exzellenz Frankreichs erscheinen kann", schrieb er. Zudem wolle er die Atomnation Frankreich zur "Avantgarde des grünen Fortschritts" machen.

Zuvor hatte sich der 43-Jährige noch nicht zu seinen Ambitionen für eine Wiederwahl geäußert. Meinungsforscher rechnen im Frühjahr 2022 mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Macron und Le Pen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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