Politik

RTL/ntv Trendbarometer Union schafft 40 Prozent nicht mehr

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Ihre Parteien hätten derzeit gemeinsam eine Regierungsmehrheit: CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Grüne Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die CDU/CSU landet nach ihrem Corona-Umfragehoch weich. In der dritten Woche in Folge verfehlt sie die 40 Prozent-Marke im RTL/ntv Trendbarometer. Vier Wochen zuvor war das anders. Für die Grünen scheint es dagegen allmählich aufwärtszugehen.

Der ganz große Corona-Höhenflug ist für die Union offenbar erstmal vorbei. Im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer erreicht die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unterstützung von 38 Prozent der Befragten. Das ist der gleiche Wert wie in der Vorwoche, da von 39 kommend. Zuvor hatten CDU und CSU vier Wochen in Folge den Traumwert von 40 Prozent eingefahren. Während sich samstäglich in deutschen Innenstädten Widerständler zum lauten Protest gegen Merkels defensive Corona-Politik trafen, zeigten die Umfragewerte eine seit Jahren nicht mehr dagewesene Einigkeit hinter der Politik der Bundesregierung, und die wird in erster Linie der Union zugeschrieben.

Doch dann kamen Amthor und Tönnies: der CDU-Youngster, dem es nicht gelang, seine Beziehungen zu der undurchsichtigen New Yorker Firma Augustus Intelligence zu erklären, und der Massenausbruch von Covid-19 in der westfälischen Giga-Schlachterei. Vor allem das Infektionsgeschehen in NRW offenbarte, dass bei der Qualität des Krisenmanagements von CDU-Ministerpräsident Armin Laschet noch Luft nach oben ist. Trotz der leichten Verluste hätte die Union nach einer Bundestagswahl mit den derzeitigen Ergebnissen nach wie vor die Auswahl zwischen SPD und den Grünen als Partner in einer Regierungskoalition.

Der SPD wiederum gelang es von Anfang an nur mäßig, die Corona-Strategie der Bundesregierung auch als ihre eigene zu verkaufen - zu deutlich stand das CDU/CSU-Trio aus Kanzlerin Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in der ersten Reihe. 17 Prozent war da für die SPD das höchste der Gefühle, inzwischen hat sie sich jedoch seit vier Wochen wieder bei niedrigen 14 Prozent Zustimmung eingependelt - dem Durchschnittswert vom Februar, also vor Beginn der pandemiebedingten Krise.

Der Februarwert hingegen würde für FDP-Chef Christian Lindner schon einen echten Erfolg bedeuten. Jene auch nur mäßig zufriedenstellenden 7 Prozent haben die Liberalen seitdem nicht mehr erreicht. Mal 6, mal 5, der Abstiegskampf scheint für die FDP noch nicht vorbei.

Die Grünen punkten als einzige in dieser Woche

Für die Grünen könnte der Pfeil langsam wieder dauerhaft nach oben zeigen. Nachdem sie mit schwachen Werten um die 15 Prozent im April und Mai mehrfach von der SPD überholt wurden, erreichen sie im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer wieder 18 Prozent, wie auch zwei Wochen zuvor. Auch der Tönnies-Skandal mag dazu beigetragen haben, dass die Maßlosigkeit der deutschen Fleischproduktion von der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird. Ein Thema, das die Grünen seit Jahrzehnten beackern. Plötzlich mag für Deutsche auch der seinerzeit so verlachte Veggie-Day-Vorschlag für Kantinen eine ernstzunehmende Option sein.

Die Linke hält sich seit acht Wochen bei 8 Prozent, die AfD kommt wie in der Vorwoche auf 10 Prozent Unterstützung. Ein eindeutig schlechtes Zeichen: Mehr als einem Viertel der Bundesbürger fällt angesichts der in Deutschland zur Verfügung stehenden Parteien gar nichts mehr ein: Bei 27 Prozent liegt die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen. Desaster wie die in der vergangenen Woche gescheiterte Wahlrechtsreform, die zum Ziel gehabt hätte, die enorm gestiegene Zahl der Abgeordneten im Bundestag wieder etwas zu reduzieren, tragen womöglich dazu bei, dass sich Politikverdrossene bestätigt fühlen.

Quelle: ntv.de, fni

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