RTL/ntv-Trendbarometer Union schlägt an neuem Tiefpunkt auf, FDP kann sich mal wieder freuen

Das neue Trendbarometer zeigt vor allem eines: Wie sehr die Stimmung in Deutschland im Keller ist. Das bedeutet erneut keine guten Nachrichten für CDU und CSU. Die Unionsparteien verschlechtern ihren Wert der Vorwoche noch. Derweil gibt es gute Nachrichten für eine totgesagte Partei.
Wie weit geht es noch abwärts für CDU und CSU? Im neuen Trendbarometer von RTL und ntv verlieren die Schwesterparteien einen Punkt und landen bei 21 Prozent Zustimmung. Für die FDP gibt es dagegen mal wieder eine gute Nachricht: Erstmals seit langem erreichen die Freien Demokraten wieder fünf Prozent in der von Forsa erstellten Umfrage - ein Achtungserfolg für den neuen Vorsitzenden Wolfgang Kubicki. Bei den anderen Parteien bewegt sich nichts.
Die Werte im Einzelnen:
AfD: 27 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent)
CDU/CSU: 21 Prozent (28,5 Prozent)
Grüne: 15 Prozent (11,6 Prozent)
SPD: 12 Prozent (15 Prozent)
Linke: 11 Prozent (8,8 Prozent)
FDP: 5 Prozent (4,3 Prozent)
BSW: 3 Prozent (4,981 Prozent)
Die seit Tagen schwelende Debatte über einen Austausch von Kanzler Friedrich Merz durch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat dem CDU-Chef jedenfalls nicht geholfen. Nur 13 Prozent sind zufrieden mit Merz - ein Tiefpunkt, an dem er sich schon einmal Ende April wiederfand. 85 Prozent sind unzufrieden.
Unter den Anhängern der Unionsparteien ist die Geduld mit Merz noch am größten, dort sind 44 Prozent zufrieden - der Wert ist seit Wochen einigermaßen stabil, mit leichten Schwankungen. Bei SPD-Anhängern finden sich nur noch 16 Prozent Zufriedene, bei den Grünen heben gerade einmal 10 Prozent den Daumen. Linke- und AfD-Anhänger senken diesen nahezu geschlossen. Sie eint die Unzufriedenheit mit Merz. Sympathisanten dieser beiden Parteien lehnen den Kanzler fast einhellig ab.
Auch was die anstehenden Reformen angeht, trauen die Menschen Merz wenig zu. Nur 16 Prozent sagten in einer weiteren Umfrage von Forsa für das Trendbarometer, ihm würden diese großen Projekte gelingen. Selbst 53 Prozent der CDU-Anhänger glauben nicht an seinen Erfolg. Bei den Anhängern anderer Parteien ist das Misstrauen noch viel größer.
Die Unzufriedenheit dürfte viel mit den schwachen Wachstumsprognosen und der angespannten wirtschaftlichen Lage zu tun haben. Die ist für 39 Prozent der Befragten das wichtigste Thema der Woche. Es folgen die Bundesregierung selbst und der Iran-Krieg. Wobei dieser sich in Deutschland durch steigende Kraftstoffpreise bemerkbar macht und damit bislang vor allem ökonomische Folgen hat. Auch die geplanten Reformen zu Rente, Krankenversicherung und Pflege beschäftigen die Menschen verstärkt.
Den meisten Menschen in Deutschland ist die Zuversicht abhandengekommen. Nur noch 12 Prozent der Befragten glauben an eine sich bessernde wirtschaftliche Lage. Das sind zwei Punkte weniger als in der vergangenen Woche. 67 Prozent gehen wie in der Vorwoche von einer schlechteren Wirtschaft aus, 18 Prozent meinen, sie werde gleich bleiben, auch hier ein Plus von zwei Punkten.
Zutrauen in Union und SPD am Tiefpunkt
Die schlechte Stimmung spiegelt sich zugleich im schwindenden Zutrauen in die Regierungsparteien. CDU und CSU halten noch 12 Prozent für kompetent, die SPD nur 5 Prozent. Damit bleiben die beiden Parteien auf dem Tiefpunkt von vergangener Woche.
Schmerzhaft für die Unionsparteien: Die AfD liegt auch in dieser Frage, einst eine Bastion der Christdemokraten, knapp vorn. 13 Prozent meinen, die AfD könnte die Probleme des Landes am besten lösen. Allerdings geht es hier für die Weidel-Partei wieder abwärts. Vor zwei Wochen erreichte die AfD noch 15 Prozent. Insgesamt sind das miserable Werte. 55 Prozent trauen keiner Partei zu, eine Besserung der Lage herbeiführen zu können, ebenfalls ein Höchstwert.
Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 26. Mai und 1. Juni erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: 2,5 Prozentpunkte.
Für die Umfrage zu Merz und den anstehenden Reformen befragte Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 29. Mai und dem 1. Juni 1005 Menschen in Deutschland. Fehlertoleranz: Drei Prozentpunkte.