Politik

Scholz telefoniert mit Putin Von der Leyen will weg von Gazprom

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die EU-Kommissionschefin setzt in der Ukraine-Krise auf zwei Telefonate: In den nächsten Tagen sollen Bundeskanzler Scholz und Frankreichs Präsident Macron mit Putin sprechen. "Wir tun alles", sagt von der Leyen und meint dabei auch, dass Europa sich unabhängig von Gazprom macht.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen glaubt noch an eine diplomatische Lösung im Ukraine-Konflikt. Im Gespräch mit ntv kündigte sie zwei Krisen-Telefonate von Bundeskanzler Olaf Scholz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit Russlands Staatschef Wladimir Putin an. Das Wichtigste dabei sei eine ganz enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten, aber auch mit Großbritannien und Kanada. "Falls Russland eine militärische Aktivität gegen die Ukraine unternimmt, kommt es zu hohen Kosten für Russland und massiven Konsequenzen durch erhebliche Sanktionen im Finanz- und Wirtschaftsbereich", sagte von der Leyen weiter zu ntv. "Wir tun alles, dass die Diplomatie Siegerin bleibt." Regierungssprecher Steffen Hebestreit bestätigte gegenüber ntv, dass ein Telefonat zwischen Putin und Scholz für Montag vereinbart ist.

Von der Leyen kritisierte in dem Interview am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz die Abhängigkeit Europas von russischem Gas. Die EU müsse "raus aus dieser Abhängigkeit". Deshalb habe sie in den vergangenen Wochen intensiv mit anderen Anbietern gesprochen, die bereit seien, zu helfen. "Würde Präsident Putin heute die Gasreserven, die durch Gazprom an die Europäische Union geliefert werden, kappen, so wären wir jetzt in der Lage, unabhängig davon zu sein und durch diesen Winter zu kommen."

Die Kommissionspräsidentin mahnte eindringlich, dass sich die EU nie wieder einer Abhängigkeit von russischem Gas wie in diesem Winter aussetzen dürfe. "Das heißt, wir müssen Vorsorge tragen, dass wir andere Anbieter haben. Insbesondere grüner Wasserstoff, das ist für uns die Zukunft."

In der EU wird seit Wochen befürchtet, dass der derzeitige Konflikt mit Russland zu einer Unterbrechung von Gaslieferungen führen könnte. Bis zuletzt deckte die EU nach Kommissionsangaben knapp ein Viertel (24 Prozent) ihres Energiebedarfs mit Gas, wovon wiederum 90 Prozent importiert werden. 40 Prozent der Importe stammten von Gazprom.

Quelle: ntv.de, mau

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