Bisher 29 ToteWährungs-Crash sorgt für eskalierende Proteste in Teheran

Ein Euro kostet im Iran erstmals 1,7 Millionen Rial, eine Erholung des Kurses zeichnet sich nicht ab. Das bringt die Menschen in Teheran auf die Straßen, vor allem an einem historischen Handelsort. Die Sicherheitskräfte sind überfordert und agieren ohne Nachsicht.
Am Großen Basar in der iranischen Hauptstadt Teheran sind heftige, spontane Proteste ausgebrochen. Augenzeugen, Aktivisten und auch iranische Medien berichteten von plötzlichen Ausschreitungen an dem historischen Ort in der Millionenmetropole, wo Demonstranten und Sicherheitskräfte aneinander gerieten. Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Schock am iranischen Devisenmarkt, der zunächst in der Hauptstadt Teheran wütende Händler auf die Straße trieb.
Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenmengen in den Gassen des Basars, die Protestslogans riefen. "Freiheit, Freiheit, Freiheit", war auf einem Video zu hören. Sicherheitskräfte schossen Tränengas, um die Demonstrationen aufzulösen, wie das Menschenrechtsnetzwerk HRANA auf X berichtete. Demnach schlossen sich Einwohner den Protesten der Händler an.
Am Morgen war die Währung weiter abgestürzt. Ein Euro kostete auf dem freien Devisenmarkt erstmals mehr als 1,7 Millionen Rial, wie iranische Finanzportale berichteten. Die Währung hat damit seit Ausbruch der Demonstrationen vor mehr als einer Woche noch einmal mehr an Wert verloren.
Der Staatsapparat begegnete den Demonstrationen in dem Land zunehmend mit Gewalt. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht vorzugehen. Aktivisten zufolge sind inzwischen mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1200 Menschen seien festgenommen worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA.
Der Große Basar von Teheran ist ein lebendiges Labyrinth. Über Jahrhunderte gewachsen, erstreckt sich das Netz aus verwinkelten, überdachten Gassen über mehrere Quadratkilometer. Auch wenn viele Läden winzig sind, genießen die Besitzer hier großen Status. Händler im Basar galten bei vielen Protestbewegungen im Iran als äußerst einflussreich.