Politik

Als Favorit gehandelt Wallace kandidiert nicht für Johnson-Nachfolge

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"Nach umsichtiger Überlegung und Diskussion mit Kollegen und Familie" hat Ben Wallace sich gegen eine Kandidatur entschieden.

(Foto: REUTERS)

Dem britischen Verteidigungsminister werden große Chancen als Nachfolger von Premier Johnson ausgerechnet. Doch wider Erwarten bewirbt sich Wallace nicht um den Tory-Parteivorsitz. Dafür kündigt Ex-Gleichstellungsministerin Badenoch ihre Kandidatur an. Sie ist die bislang vierte Bewerberin.

Einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson verzichtet auf eine Kandidatur. Verteidigungsminister Ben Wallace teilte mit, er habe "nach umsichtiger Überlegung und Diskussion mit Kollegen und Familie" entschieden, sich nicht am Bewerbungsprozess zu beteiligen. "Es war keine einfache Wahl, aber mein Fokus liegt auf meinem aktuellen Job und dieses großartige Land sicherzuhalten."

Eine Empfehlung sprach Wallace, der in Umfragen unter Anhängern der Konservativen Partei vorne liegt, nicht aus. Er hoffe, die Partei konzentriere sich nun auf wichtige politische Fragen. Premier Johnson hatte am Donnerstag seinen Rückzug angekündigt. Er will aber noch im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gekürt ist. Die Zeitung "Telegraph" berichtete, der neue Partei- und Regierungschef solle am 5. September feststehen.

Für Johnsons Nachfolge als Chef der Konservativen Partei bewerben sich bisher vier Abgeordnete. Zuletzt kündigte die bisherige Gleichstellungs-Staatssekretärin Kemi Badenoch in einem Gastbeitrag in "The Times" ihre Kandidatur an. Sie wolle den Menschen wieder die Wahrheit sagen, schrieb die 42-Jährige, die am Mittwoch zurückgetreten war, unter Verweis auf die monatelangen Skandale und Affären um Johnson. "Er war aber ein Symptom der Probleme, denen wir gegenüberstehen, nicht die Ursache. Die Menschen sind erschöpft von Plattitüden und leerer Rhetorik. Es reicht nicht aus, unser Land, unser Volk oder unsere Partei zu lieben." Badenoch gilt als Außenseiterin.

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Bekanntester Kandidat ist bisher der frühere Finanzminister Rishi Sunak, dessen Rücktritt am Dienstagabend Johnsons Sturz mit eingeleitet hatte. Mehrere einflussreiche Tory-Politiker wie der frühere Generalsekretär Oliver Dowden sprachen sich für Sunak aus. Außerdem kandidieren Generalstaatsanwältin Suella Braverman, die lange als Johnson-Verbündete galt, sowie der Chef des Auswärtigen Ausschusses, Tom Tugendhat. Erwartet wurde, dass noch politische Schwergewichte wie Außenministerin Liz Truss und Ex-Gesundheitsminister Sajid Javid ins Rennen gehen. Laut "Telegraph" könnte es bis zu 15 Interessenten geben.

Jeder Bewerber braucht zunächst die Unterstützung von mindestens acht Tory-Abgeordneten. Dann folgt die Abstimmung in der Fraktion, bei der in jeder Wahlrunde die Kandidatin oder der Kandidat mit den wenigsten Stimmen ausscheidet - bis nur noch zwei übrig sind. Über den Sieger entscheiden die Parteimitglieder in einer Stichwahl. Im September soll die neue Parteichefin oder der neue Parteichef feststehen - sie oder er zieht dann auch in die Downing Street ein.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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