Politik

CDU-Frauen fordern mehr Einfluss "Weibliche Vorsitzende hat Partei gutgetan"

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Das Geschlecht des oder der künftigen Vorsitzenden sei zweitrangig, sagt Nadine Schön.

(Foto: imago images/BeckerBredel)

Merz, Röttgen, Linnemann - während die CDU-Spitze über ihre Neuaufstellung debattiert, fallen vor allem die Namen von Männern. Doch auch die weiblichen Mitglieder wollen bei der Erneuerung der Partei ein Wörtchen mitreden. Unterdessen fällt die CDU noch weiter in der Wählergunst.

Bei der Neuaufstellung der CDU pochen Frauen auf mehr Macht und Einfluss. "Wir haben seit Jahren zu wenig Frauen in Parlament und Partei. Wir müssen mehr werden", sagte die bisherige Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Nadine Schön, der "Rheinischen Post". Zwar sei das Geschlecht des künftigen Vorsitzenden oder der künftigen Vorsitzenden zweitrangig. Es brauche jemanden, "der die Partei zusammenführt und breiter aufstellt", so die CDU-Politikerin. Gleichwohl habe die Partei lange Zeit weibliche Vorsitzende gehabt. "Das hat der Partei gutgetan."

Die Vorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz, betonte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): "Die Neuaufstellung der CDU Deutschlands kann inhaltlich, personell und strukturell nur mit den Frauen in der Partei gelingen." Die Frauen Union bringe sich in den jetzt angestoßenen Prozess mit einer Verbands- und Mandatsträgerinnenkonferenz ein. Diese werde zeitnah stattfinden. Der Frauen Union gehören alle weiblichen Mitglieder der CDU an.

Umfrage sieht Union bei unter 20 Prozent

Derweil zeichnet sich nach der verlorenen Bundestagswahl ein neues Umfragetief für CDU und CSU ab. Einer aktuellen Insa-Umfrage zufolge ist die Union jetzt unter die Marke von 20 Prozent gerutscht. Im "Sonntagstrend" des Meinungsforschungsinstituts für die "Bild" verlieren CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche eineinhalb Prozentpunkte und kommen auf 19,5 Prozent. Das sei der niedrigste jemals vom Insa-Meinungstrend gemessene Wert für die Union.

Die CDU will auf einem Sonderparteitag den kompletten Bundesvorstand neu wählen. Dies sei einstimmig beschlossen worden, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag nach Beratungen der Spitzengremien in Berlin. In der ARD entgegnete Ziemiak auf die Frage, ob Laschet dann auf keinen Fall Parteichef bleiben werde: "So ist es." Er sehe momentan nicht, dass es Chancen für Jamaika, also eine Koalition aus Union, Grünen und FDP, gebe, so Ziemiak. Sollten Grüne und FDP aber Gespräche führen wollen, sei Laschet für die CDU der Ansprechpartner. "Wie wir dann eine Bundesregierung bestücken würden, dann würden wir gemeinsam beraten als CDU und CSU."

CDU-Bundesvorstandsmitglied Mike Mohring sprach sich für eine Paket-Lösung für die neue CDU-Spitze aus. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Es wird spannend, denn es geht um die Frage des Parteivorsitzenden, des Generalsekretärs und des Fraktionsvorsitzes - ich kann meiner Partei nur empfehlen, diese Pakete insgesamt zu betrachten, um eine Befriedung hinzukriegen. Sonst reden wir im Januar über den Parteivorsitz und reden im März über den Fraktionsvorsitz."

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl warnte davor, nur Köpfe in der Partei auszutauschen. "Wir dürfen nicht bei der personellen Erneuerung stehenbleiben, sondern müssen auch inhaltlich nachlegen", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". "Unser Ergebnis zeigt doch, dass viele Wählerinnen und Wähler nicht mehr wussten, wie sich die Werte der CDU, hinter denen wir nach wie vor stehen, in die neue Zeit übersetzen." Der Bundesparteitag solle daher den eingeleiteten Prozess für ein neues Grundsatzprogramm der CDU wiederbeleben. Bei der Erarbeitung und Verabschiedung sollten nach Strobls Vorstellung auch alle Mitglieder eingebunden werden.

Als mögliche Bewerber für die CDU-Spitze gelten vor allem Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, Gesundheitsminister Jens Spahn, der Außenpolitiker Norbert Röttgen, Bundestagsfraktionschefs Ralph Brinkhaus und der Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann. In der CDU ist noch strittig, wie groß die Rolle sein soll, die die Parteibasis bei dem anstehenden Generationenwechsel spielt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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