Politik

Maßnahmen gegen Femizide geplant Weiterer Tod von Frau schockt Österreich

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Immer wieder erinnern Aktionen mit roten Schuhen an Gewalt gegen Frauen - hier vor dem niedersächsischen Landtag (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits neun Frauen getötet - die Verdächtigen sind ihre Partner oder Ex-Partner. Die Regierung kündigt nun ein Maßnahmenpaket an. Kommende Woche soll es einen Sicherheitsgipfel geben.

Eine Serie von Tötungen von Frauen in Österreich hat Bestürzung und Rufe nach politischen Maßnahmen ausgelöst. Nachdem eine Frau in Wien mutmaßlich von ihrem ehemaligen Lebensgefährten mit einem Kopfschuss getötet worden war, kündigte die Regierung am Freitagabend ein Maßnahmenpaket an. Seit Jahresbeginn gab es bereits neun Fälle, bei denen Frauen umgebracht wurden und die Verdächtigen ihre Partner oder Ex-Partner waren.

Die 35-jährige Frau und zweifache Mutter wurde laut Polizei am Donnerstagabend in ihrer Wohnung erschossen. Der Fall erregte auch wegen des 42-jährigen Verdächtigen großes Aufsehen. Die nunmehrige Fraktionschefin der Grünen, Sigrid Maurer, hatte ihn im Jahr 2018 öffentlich beschuldigt, ihr frauenverachtende Facebook-Postings geschickt zu haben. Der Mann, ein Bierhändler, reagierte mit einer Klage wegen übler Nachrede, ließ sie jedoch schließlich fallen.

"Ich bin zutiefst erschüttert. Das ist unerträglich", schrieb Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf Twitter über den jüngsten Fall. "Entschlossene Maßnahmen sind jetzt endlich dringend erforderlich", forderte der ehemalige Chef der Grünen.

Innenminister Karl Nehammer und Frauenministerin Susanne Raab von der konservativen ÖVP kündigten einen "Sicherheitsgipfel" mit führenden Polizeibeamten für Montag an. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie Behörden durch engere Zusammenarbeit gefährdete Frauen besser schützen können. Während Raab betonte, dass jede betroffene Frau Schutz und Hilfe in Anspruch nehmen könne, klagten Opferschutzorganisationen erneut über völlige Überlastung und mangelnde staatliche Unterstützung.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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