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"Deutliche Rückschritte" Weltweit leiden Menschen stärker unter Korruption

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Es gebe "einen klaren Zusammenhang zwischen zunehmender Korruption und einem Verfall von Demokratien und rechtsstaatlichen Strukturen".

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Korruption und Bestechung nehmen weltweit zu - auch in der Bundesrepublik. Das ergibt der globale Korruptionsindex von Transparency International. Die Organisation macht dafür Skandale deutscher Großkonzerne mitverantwortlich.

In ihrem aktuellen globalen Korruptionsindex hat die Organisation Transparency International (TI) ein ernüchterndes Fazit gezogen. Während der Kampf gegen Bestechung in den meisten Staaten stagniere, gebe es in einigen Ländern "deutliche Rückschritte", teilte die Organisation mit. Mehr als zwei Drittel aller Staaten kämen laut neuem Korruptionswahrnehmungsindex nicht einmal auf 50 von 100 möglichen Punkten. Der globale Durchschnitt liege bei nur 43 Punkten.

Der jährlich veröffentlichte Index misst die in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor in Deutschland und 179 weiteren Ländern. Weltweit litten die Menschen 2018 demnach stärker unter Korruption als im Vorjahr. So werde diese unter anderem in den USA in Wirtschaft und staatlichen Institutionen als "zunehmendes Problem wahrgenommen". Die USA rutschten um vier Punkte auf 71 Punkte ab und fielen vom 16. auf den 22. Platz.

Deutschlands Wirtschaft und öffentliche Institutionen büßten nach Angaben von Transparency International im Vergleich zum Vorjahr einen Punkt ein. Insgesamt kam die Bundesrepublik aber auf 80 Punkte und liegt damit immer noch weit über dem internationalen Durchschnitt: Sie verbesserte sich in der Rangliste der Länder um einen Platz und lag gemeinsam mit Großbritannien auf dem elften Rang.

Korruption gedeiht, wo Demokratie schwächer wird

"Offensichtlich existiert hier der Eindruck, dass man mit unlauteren Methoden auch in Deutschland Geschäfte fördern kann", erklärte die TI-Vorsitzende Edda Müller in Berlin. Die Skandale der deutschen Großkonzerne ließen den Glauben der Menschen an den Rechtsstaat bröckeln.

Am seltensten erleben die Menschen dagegen Korruption in Dänemark (88 Punkte), Neuseeland (87 Punkte), Finnland, Schweden sowie der Schweiz (alle drei 85 Punkte).

Auffällig: Die Bürger der EU-Staaten Rumänien und Bulgarien leiden laut Index stärker unter staatlicher Korruption als etwa Menschen in Saudi-Arabien, dem Oman und Ruanda. Schlusslicht ist, wie schon in den Vorjahren, Somalia. Davor liegen Südsudan und Syrien (beide 13 Punkte) sowie der Jemen und Nordkorea (beide 14).

Nach Einschätzung von Transparency International gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen zunehmender Korruption und einem Verfall von Demokratien und rechtsstaatlichen Strukturen. Korruption gedeihe überall dort, wo demokratische Strukturen geschwächt würden - Beispiele in Europa seien Ungarn und die Türkei.

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Quelle: n-tv.de, lri/dpa/rts/AFP

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