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Bedarf bei Älteren steigt an Weniger Menschen beziehen Sozialleistungen

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Die Zahl der Bezieher von Sozialleistungen sinkt das zweite Jahr in Folge.

(Foto: dpa)

Das Angebot sozialer Mindestsicherungsleistungen nehmen immer weniger Menschen in Anspruch. Vor allem in Ostdeutschland geht die Zahl der Empfänger zurück. Dennoch sind Millionen im ganzen Land auf die Hilfe angewiesen - darunter mehr Ältere als bisher.

Die Zahl der in Deutschland auf soziale Mindestsicherungsleistungen angewiesenen Menschen ist das zweite Jahr in Folge gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete, erhielten zum Jahresende 2017 knapp 7,6 Millionen Menschen solche Leistungen. Das waren 300.000 weniger als Ende 2016. Ende 2017 bezogen 9,2 Prozent der Bevölkerung solche Hilfen. Ende 2016 hatten noch knapp 7,9 Millionen Menschen und damit 9,5 Prozent der Bevölkerung Leistungen der sozialen Mindestsicherung erhalten.

Überdurchschnittlich ging die Zahl der Empfänger in Ostdeutschland zurück, wie die Statistiker berichteten. In Sachsen zum Beispiel um minus 7,1, in Brandenburg um minus 7,0 und in Sachsen-Anhalt um minus 6,6 Prozent. Gründe für die Entwicklung nennen die Statistiker nicht. Auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger nahm den Angaben zufolge ab. Sie sank leicht um 0,7 Prozent auf rund 5,9 Millionen.

Ebenfalls stark gesunken ist die Zahl der Bezieher von Asylbewerberleistungen - um minus 35,7 Prozent auf rund 468.000 Menschen. Dies sei "auf die hohe Zahl abgeschlossener beziehungsweise entschiedener Asylverfahren zurückzuführen", hieß es in Wiesbaden.

Mehr Alte auf Hilfe angewiesen

Einen Anstieg der auf staatliche Leistungen angewiesenen Bevölkerungsgruppen gab es vor allem bei alten Menschen. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezogen der Statistik zufolge knapp 1,1 Millionen Menschen und damit 3,2 Prozent mehr als Ende 2016.

Der Grünen-Armutsexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn zeigte sich trotz des Rückgangs entsetzt über die neuen Zahlen. "Es ist ein Armutszeugnis, wenn trotz guter ökonomischer Rahmenbedingungen immer noch mehr als 7,5 Millionen Menschen Mindestsicherung beziehen müssen", sagte er. Die "verdeckt Armen" würde zudem in der Statistik gar nicht auftauchen. "Über zehn Millionen Menschen in Armut - das ist eine Bankrotterklärung für diese Bundesregierung", urteilte Strengmann-Kuhn.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa

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