Politik

Das AA und die Nazi-Gräuel Westerwelle: "Schwere Schuld"

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Adolf Hitler (l.) und Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop studieren im Führerhauptquartier Unterlagen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Außenminister Westerwelle spricht klare Worte: Die Diplomaten des Auswärtigen Amts hätten sich aktiv an der verbrecherischen Politik im sogenannten Dritten Reich beteiligt. "Da gibt es nichts zu rechtfertigen, da gibt es nichts zu beschönigen".

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Der Historiker Conze übergibt Westerwelle as Buch "Das Amt und die Vergangenheit".

(Foto: REUTERS)

Außenminister Guido Westerwelle hat sich klar zur Kommission räumt mit Mythos auf des Auswärtigen Amtes an den Verbrechen der Nazi-Herrschaft bekannt. Das Außenministerium sei in den Jahren 1933 bis 1945 "aktiver Teil der verbrecherischen Politik im sogenannten Dritten Reich" gewesen, sagte Westerwelle bei der Entgegennahme des Abschlussberichts einer Historikerkommission in Berlin. "Es beschämt uns, wie das Auswärtige Amt und viele seiner Angehörigen während der Nazi-Herrschaft schwere Schuld auf sich geladen haben."

Die international besetzte Kommission war 2005 vom damaligen Außenminister Joschka Fischer (Grüne) ins Leben gerufen worden, nachdem es Streit um Nachrufe für gestorbene Diplomaten mit NS- Vergangenheit gegeben hatte. Zu den damit betrauten Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland gehörten unter anderem die deutschen Historiker Eckart Conze von der Universität Marburg und Norbert Frei von der Uni Jena. Dem jetzt veröffentlichten Bericht zufolge war das Auswärtige Amt (AA) stärker in die systematische Verfolgung und Ermordung von Juden verstrickt als bislang bekannt. Zudem wurde dort nach 1945 erheblicher Aufwand betrieben, um die Nazi-Vergangenheit zu vertuschen.

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Das Originaldokument einer Reisekostenabrechnung des Legationsrates Franz Rademacher, die als Reisezweck "Liquidation von Juden in Belgrad" angibt.

(Foto: dapd)

Der FDP-Chef bezeichnete das Auswärtige Amt des Dritten Reichs als "Institution, die sich selbst als Elite verstand und in Wahrheit tief in Verbrechen versank". Wörtlich sagte Westerwelle: "Da gibt es nichts zu rechtfertigen, da gibt es nichts zu beschönigen." Das AA habe sich mit "administrativer Kälte" am Holocaust beteiligt. Dort habe man auch "frühzeitig über die verbrecherischen Methoden der deutschen Kriegsführung" Bescheid gewusst. Nur wenige Diplomaten hätten sich für den Widerstand entschieden.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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