Politik

Dobrindt verteidigt klare KanteZahl der Abschiebungen im ersten Halbjahr gesunken

31.07.2026, 04:24 Uhr
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Erst vor wenigen Tagen startete ein Flugzeug mit Männern, die nach Afghanistan abgeschoben wurden. (Foto: picture alliance/dpa)

Im ersten Halbjahr 2025 schiebt Deutschland fast 12.000 Menschen ab. Das gelingt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nicht. Die AfD spricht von einem Desaster. Bundesinnenminister Dobrindt hingegen sieht die Bundesregierung auf Kurs.

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gesunken. Von Anfang Januar bis Ende Juni 2026 sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums 9663 Menschen abgeschoben worden. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im ersten Halbjahr 2025 waren es früheren Angaben zufolge mehr als 11.800 Menschen. Die jüngsten Zahlen liegen über dem Wert des ersten Halbjahres 2024, als früheren Angaben zufolge knapp 9500 Menschen abgeschoben wurden.

In den vergangenen Jahren war die Zahl der Abschiebungen gestiegen. So wurden nach BMI-Angaben im Gesamtjahr 2025 rund 22.800 Menschen abgeschoben - nach mehr 20.000 im Jahr davor, rund 16.400 im Jahr 2023 und knapp 13.000 im Jahr 2022.

"Die ganze Migrationspolitik ist ein Desaster", kritisierte Holm, der bei der Landtagswahl im September in Mecklenburg-Vorpommern für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert und Amtsinhaberin Manuela Schwesig herausfordert. "Die immer wieder versprochenen Abschiebeoffensiven sind reine Rohrkrepierer, und die Sicherheitslage verschärft sich immer weiter", so Holm.

Kritik an Verhandlungen mit Taliban

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte hingegen diese Woche gesagt, die Migrationswende werde "mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante" vorangetrieben. Jüngst hatte Deutschland erneut Menschen auch nach Afghanistan abgeschoben. Kritiker bemängeln die zugrundeliegende Zusammenarbeit mit den dort herrschenden islamistischen Taliban.

Aus der Antwort geht auch hervor, dass zusätzlich zu den Abschiebungen im ersten Halbjahr dieses Jahres 9276 Menschen freiwillig ausgereist sind und dabei Unterstützung im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP erhalten haben. Zusätzlich erfolgten den Angaben zufolge auch über Länderprogramme geförderte Ausreisen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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