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Fiskus fördert Gartenarbeiten Auch Neuanlegen ist absetzbar

Wer Handwerker beschäftigt, um Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten durchzuführen, kann die Kosten von der Steuer absetzen. An Herstellungskosten beteiligt sich der Fiskus aber nicht - so werden etwa Bauarbeiten fürs Eigenheim nicht gefördert. Aber wie sieht es aus, wenn eine Firma einen Garten neu anlegt?

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Auch wenn ein Garten neu entsteht, sind die Arbeiten absetzbar.

(Foto: Grey59, pixelio.de)

Gartenarbeiten können wie andere Handwerkerleistungen von der Steuer abgesetzt werden. Doch wie sieht es aus, wenn der Garten komplett neu angelegt wird? Der Bundesfinanzhof hat ein Urteil gefällt, das unter anderem für Bauherren von Interesse sein könnte: Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen werden demnach grundsätzlich für Erd- und Pflanzarbeiten im Garten eines selbstbewohnten Hauses gewährt, und zwar unabhängig davon, ob der Garten neu angelegt oder ein naturbelassener Garten umgestaltet wird (Az. VI R 61/10).

Im Streitfall hatte ein Ehepaar im Jahr 2006 den Garten seines 2003 bebauten Grundstückes anlegen und dabei auch eine Stützmauer zum Nachbargrundstück errichten lassen. Die Arbeitskosten der Erd- und Pflanzarbeiten in Höhe von knapp 3200 Euro und die Arbeitskosten für die Mauererrichtung in Höhe von etwa 4500 Euro machten die Eheleute in ihrer Steuererklärung geltend. Finanzamt und Finanzgericht lehnten einen Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen ab. Durch die Neuanlage des Gartens sei etwas Neues, nicht Vorhandenes geschaffen worden. Dieser Herstellungsaufwand ist grundsätzlich nicht von der Steuer absetzbar, anders als der Modernisierungs- und Erhaltungsaufwand.

Bis zu 1200 Euro sind drin

Die Richter des BFH sahen das anders: Bei den Erd- und Pflanzarbeiten handele es sich dem Grunde nach um handwerkliche Tätigkeiten. Auch für sie greift die Steuervergünstigung, da der Wortlaut des Einkommensteuergesetzes ausdrücklich alle Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten in die Steuerermäßigung mit einbeziehe. Ob ein Garten neu angelegt werde oder ein naturbelassener Garten umgestaltet werde, sei für den Steuerbonus insoweit ohne Belang.

Für die Steuerermäßigung gelten die üblichen Bedingungen: Die Einkommensteuer ermäßigt sich um 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal um 1200 Euro. Zu den Arbeitskosten zählen neben den Löhnen auch Maschinenmieten und Fahrtkosten, nicht aber die Materialkosten.

Quelle: n-tv.de, ino

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