Ratgeber

Preisvergleich lohnt sich Bestatter zocken Angehörige ab

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Für Bestattungen wird in Deutschland oft viel zu viel Geld bezahlt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wenn ein Familienmitglied stirbt, stehen andere Dinge im Vordergrund, als sich über den Preis der Bestattung den Kopf zu zerbrechen. Eine Studie zeigt nun, dass viele Bestatter das ausnutzen und für jede Beisetzung im Durchschnitt 1200 Euro zu viel verlangen. Wer verhandelt, kann bis zu 40 Prozent sparen.

Dass Käufer beim Preis handeln, wenn sie sich ein Auto oder einen Fernseher zulegen, ist weit verbreitet. Geht es jedoch um die Beerdigung eines engen Angehörigen, fehlen oft nicht nur Zeit und Kraft, um sich lange mit der Kostenfrage aufzuhalten. Vielerorts gilt das Verhandeln über Sarg und Leichentransport auch schlicht als pietätlos. So mancher Bestatter schlägt hieraus laut einer Studie des Vergleichportals bestattungen.de offenbar Kapital und setzt die Preise weit höher an als nötig. Die Bestattungsexperten haben in 15 deutschen Städten die unverhandelten Preise von mehr als 200 lokalen Bestattern mit verhandelten Preisen verglichen.

Im Schnitt lagen die unverhandelten Angebote um 1200 Euro höher. Bei über 860.000 erwarteten Bestattungen im Jahr 2011 ergibt sich somit über eine Milliarde Euro, die die Unternehmen den Angehörigen unnötigerweise aus der Tasche ziehen. "Uns ging es bei der Untersuchung nicht um den Vergleich Edel- versus Discount-Bestatter", sagt Fabian Schaaf, Geschäftsführer des Internetportals. "Diese Entscheidung muss jeder Angehörige selbst treffen. Wir wollten empirisch prüfen, wie stark sich verhandeln und Preisvergleich bei Bestattungen lohnen."

Ein Resultat der Studie ist auch, dass bei Erdbestattungen mehr gespart werden kann als etwa bei Feuerbestattungen: Bei einer klassischen Beisetzung beträgt die Differenz von verhandeltem zu nicht verhandeltem Preis durchschnittlich 1300 Euro. Bei einer Einäscherung liegt sie im Mittel bei 1100 Euro. Zudem sei das Einsparungspotenzial im Süden des Landes besonders hoch. "Unabhängig von Ort oder Bestattungsart zeigt sich aber, dass durch Verhandeln über 40 Prozent der Bestatterkosten gespart werden können. Und dies ohne Qualitätseinbußen oder gar den Verzicht auf eine pietätvolle Bestattung", sagt Schaaf.

Quelle: n-tv.de