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Pflanzenschutzmittel in Importware Bioprodukte selten belastet

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Nicht nur das Siegel ist wichtig, sondern leider auch oft die Herkunft.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

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Vom Nischenprodukt zum Trendsetter: Heutzutage wandern immer mehr Bio-Lebensmittel in den Einkaufswagen, und dieser Trend setzt sich fort. Es ist vor allem der Wunsch der Verbraucher sich gesünder und umweltverträglicher zu ernähren. Doch nicht jede Bio-Ware ist unbedenklich.

Bio-Lebensmittel aus Deutschland sind einer Langzeitstudie zufolge besonders selten mit giftigen Pflanzenschutzmitteln belastet. Von mehr als 1100 untersuchten Obst- und Gemüseproben aus deutschem Anbau gab es im Laufe der vergangenen zehn Jahre bei lediglich zwei Prozent Beanstandungen wegen Pflanzenschutzmitteln, wie aus dem Bericht "Zehn Jahre Ökomonitoring" hervorgeht, den das baden-württembergische Verbraucherministerium in Stuttgart vorstellte.

Bei importiertem Obst habe die Beanstandungsquote deutlich höher gelegen: Bei Obst und Gemüse aus Bioanbau in Italien, Griechenland und Ägypten fanden die Wissenschaftler demnach jeweils in rund neun Prozent der Proben Hinweise auf Pestizide. Im Schnitt lag den Zahlen zufolge die Beanstandungsquote bei Importwaren bei 5,8 Prozent. Im Vergleich zu den getesteten deutschen und ausländischen Biopflanzen sei der Pestizid-Gehalt konventionell angebauten Obstes und Gemüses im Schnitt 180 Mal so hoch gewesen.

Die Pestizid-Untersuchung ist Teil eines bundesweit einmaligen Überwachungsprogramms für Bio-Lebensmittel. Forschungsinstitute aus Baden-Württemberg prüfen seit zehn Jahren Bioprodukte auf verschiedene Inhaltsstoffe und Verunreinigungen hin und vergleichen sie mit konventioneller Ware. Rund 8000 verschiedene Lebensmittel nahmen die Forscher laut Verbraucherministerium dabei bisher unter die Lupe.

"Bioprodukte haben zu Recht einen guten Ruf", erklärte der Stuttgarter Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne). Nach zehn Jahren sei festzustellen, "dass die Ökobranche in der Summe sehr gut arbeitet und auf die wenigen Missstände schnell reagiert hat", erklärte Bonde. Die Ökoqualität der Lebensmittel mit Biosiegel stimme ganz besonders im Hinblick auf Pestizide sowie auf Schimmelpilz-Gifte und gentechnische Verunreinigungen.

Soja aus konventioneller Herstellung ist dabei der Studie zufolge deutlich häufiger gentechnisch verändert als Biosoja: Im Mittel seien im Laufe der vergangenen zehn Jahre mehr als 35 Prozent der konventionellen Proben wegen gentechnischer Veränderungen aufgefallen, heißt es in dem Bericht. Beim Biosoja seien es lediglich 15 Prozent der Proben gewesen. Von Schimmelpilz-Giften sei Bioware tendendziell etwas geringer belastet als herkömmliche Lebensmittel.

Quelle: n-tv.de, AFP

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