Ratgeber

Teuer ist nicht gleich gut Das beste Katzenfutter kostet 35 Cent

28554450 (1).jpg

Weil Mäuse normalerweise nicht im Schlachthaus landen, gibt es auch kein Katzenfutter mit entsprechender Geschmacksrichtung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Alles für die Katz: Rund vier Euro kostet eine Tagesration Royal Canin, doch wer sein Tier damit optimal versorgt glaubt, täuscht sich. Im Vergleich der Stiftung Warentest erweisen sich einige teure Marken als Reinfall.

"Geflügel in Karottencreme", "Hühnchen, Rosmarin und Walnussöl", "Wildkaninchen und Geflügel mit Naturreis und Leinöl" - die Aufschriften auf Katzenfutterdosen lesen sich bisweilen wie die Speisekarte eines Restaurants mit gehobener Küche. Katzen gelten als Feinschmecker und das lassen sich ihre Besitzer einiges kosten. Im Jahr 2012 haben die 8,2 Millionen Hauskatzen in Deutschland Fertignahrung im Wert von 1,5 Milliarden Euro vertilgt, pro Tier sind das gut 180 Euro. Wer nicht beim Discounter kauft, sondern im Fachhandel, zahlt für eine Tagesration Feuchtfutter oft deutlich mehr als einen Euro. Aber lohnt sich das überhaupt?

Nicht unbedingt, sagt die Stiftung Warentest. Mit manch einem Discount-Produkt seien Katzen besser ernährt als mit vermeintlichen Edelmarken. Im Test von 33 Feuchtfuttern schnitten 15 nur "ausreichend" oder "mangelhaft" ab. Egal ob feines Paté, saftige Häppchen in Soße, Ragout oder Terrine, mit Gemüse oder ohne - viele Rezepturen hätten im Labor Schwächen gezeigt.

Zu viel des Guten

Das lag in erster Linie an der Zusammensetzung: Katzenfutter sollte bestimmte Mengen an Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren enthalten, außerdem Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß und Ballaststoffe. Entscheidend ist die richtige Kombination dieser Inhaltsstoffe, damit sie optimal verwertbar sind. Phosphor und Kalzium etwa sind lebenswichtig für den Knochenerhalt. Zuviel Kalzium verhindert aber die Aufnahme bestimmter anderer Nährstoffe. Und zu viel Phosphor schädigt auf Dauer die Nieren. Deutlich überdosiert waren Kalzium und Phosphor beispielsweise bei "Felix", auch das Biofutter von "Yarrah" wies zu viel Phosphor auf. Bei "Whiskas" und "Fressnapf" fand sich im Labor zu viel Kalzium, beide bekamen deshalb nur ein "Ausreichend". Das teure "Royal Canin" und die Biomarke "Terra Faelis" enthielten hingegen zu viel Vitamin A – schlecht für die Brust- und Halswirbelsäule.

Nur fünf Marken waren aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr gut abgestimmt, zwei davon im Discountpreissegment: Kauflands "K-Classic" für 35 Cent pro Dose fuhr den Testsieg ein, Lidl landete mit "Coshida" auf Platz drei, ganz knapp hinter Kitekat und vor Sheba und Hills Science, die ebenfalls Bestnoten für die Kombination der Inhaltsstoffe erhielten. Dass es für Hills am Ende nicht für die Gesamtwertung "sehr gut" reichte, lag an der Fütterungsempfehlung. Sie war – wie bei vielen anderen Produkten im Test – nicht ausführlich genug oder zu großzügig berechnet.

Das Märchen von den Lockstoffen

Auch wenn die Beschreibungen auf den Dosen bisweilen nach hoher Kochkunst klingen – auf Menschen wirkt der Inhalt normalerweise wenig appetitlich. Meistens sind es Innereien wie Leber, Lunge oder Herz, die bei der Schlachtung übrig bleiben und im Katzenfutter landen. Solange mindestens vier Prozent Fleisch von einer bestimmten Tierart verwendet wird, darf auf der Packung damit geworben werden. Geschmacksnoten vergab die Stiftung Warentest natürlich nicht, entscheidend für den Test war vielmehr, dass das Fleisch nicht verdorben war und keine schädlichen Keime enthielt. Und was das betrifft, waren alle Kandidaten in Ordnung.

Entwarnung gibt es auch in Sachen Lockstoffe: Wenn Katzen auf eine bestimmte Marke versessen sind und andere verschmähen, dann liegt das offenbar nicht an geheimen Zusätzen, sondern schlicht daran, dass sie das Futter am leckersten finden. Im Labor ließen sich jedenfalls in keinem Produkt Lockstoffe nachweisen. Auch der oft beanstandete Zucker ist in diesem Zusammenhang harmlos, Katzenzungen haben dafür kaum Geschmacksrezeptoren. Viele Futter enthielten heute ohnehin kaum noch Zucker, so Stiftung Warentest.

Quelle: ntv.de, ino

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.