Ratgeber

Cash im Ausland kann teuer werden Diese Grenzen gelten für Barzahlungen

Die Ferienwohnung in Ligurien oder das gebrauchte Auto in Belgien einfach bar bezahlen? Geht nicht! Denn in vielen Ländern Europas sind Barzahlungen begrenzt. Wer sich nicht an das Verbot hält, kann in Teufels Küche kommen.

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Barzahlungen lassen sich vom Fiskus schwer kontrollieren.

Das Geld für den neuen Porsche cash auf den Tisch legen? So man es denn hat, ist das in Deutschland kein Problem. Denn hierzulande sind Barzahlungen uneingeschränkt erlaubt und Händler müssen Scheine und Münzen normalerweise auch akzeptieren. Im Ausland kann das anders aussehen. Im Kampf gegen Schwarzgeldverkehr und Steuerhinterziehung erlauben viele Staaten Barzahlungen nur in begrenztem Rahmen. Bei Verstößen drohten empfindliche Strafen bis zu 40 Prozent der bar bezahlten Summe, warnt das Europäische Verbraucherzentrum. Wer Ferienhäuser, Handwerker, Autos oder andere hochpreisige Waren und Dienstleistungen vor Ort bezahlen will, sollte sich vorher also schlau machen, ob das überhaupt zulässig ist. Ein Überblick:

1000 Euro: In Italien liegt die Höchstgrenze für Bargeldzahlungen bei 999,99 Euro. Mieten dürfen generell nicht bar bezahlt werden. Das gilt auch für Feriendomizile. Auch in Portugal muss man Beträge über 1000 Euro per Überweisung, Kreditkarte oder Scheck begleichen.

1500 Euro: In Griechenland liegt das Limit bei 1500 Euro. Beim Autokauf dürfen aber auch höhere Summen bar über den Tisch wandern.

2000 Euro und mehr: In Rumänien liegt die Grenze bei umgerechnet 2260 Euro. In Belgien dürfen Waren und Dienstleistungen nur bis zu 3000 Euro bar bezahlt werden. Beim Immobilienkauf darf grundsätzlich kein Bargeld fließen.  

5000 Euro und mehr: In der Slowakei liegt die Grenze bei Geschäften zwischen Verbrauchern und Händlern bei 5000 Euro. In Bulgarien müssen Beträge über umgerechnet rund 7670 Euro per Bankzahlung beglichen werden. Und das auch dann, wenn es sich um Ratenzalung handelt.

15.000 Euro: In Spanien, Frankreich und Polen dürfen ausländische Verbraucher, die nicht im Land leben, bis 15.000 Euro in bar bezahlen.

Händler muss nicht alles annehmen

Wer mehr als 10.000 Euro über die Landesgrenze bringen will, muss das Geld auf Nachfrage mündlich beim Zoll anmelden. Das gilt übrigens nicht nur für Scheine und Münzen, sondern beispielsweise auch für Sparbücher, Schecks oder Aktien. 

In Deutschland sind Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, Händler können Barzahlung also nicht ohne weiteres ablehnen. 500 Euro-Noten müssen sie aber nicht akzeptieren, sofern sie von vornherein darauf hinweisen. Außerdem muss sich der Verkäufer nicht darauf einlassen, wenn ein Kunde kleine Beträge mit sehr großen Scheinen bezahlen will oder mehr als 50 Münzen auf den Tresen legt. Diese Grenze gilt auch in anderen Ländern, mancherorts können Händler auch Bargeld ab einer bestimmten Summe ablehnen.

Vorsicht: Führt der Händler oder Dienstleister bei größeren Barzahlungen keine Steuern ab, können in einigen Ländern auch die Kunden zur Verantwortung gezogen werden. Wenn der Geschäftspartner auf Barzahlung drängt, sollte man also skeptisch werden.    

Quelle: n-tv.de