Postbank Quartal-SparenFallen bei der Zinsjagd
5,25 Prozent - das ist auch in der momentanen Hochzinsphase ein sehr ordentliches Angebot für Festgeldanlagen. Das Postbank-Konto eignet sich leider nur für Wenige.
5,25 Prozent - das ist auch in der momentanen Hochzinsphase ein sehr ordentliches Angebot für Festgeldanlagen. Mit eben diesen 5,25 Prozent effektivem Jahreszins wirbt derzeit die Postbank für ihr Quartal-Sparen. Doch für den angeblichen "Volltreffer für Zinsjäger" muss man schon sehr genau zielen und vor allem schwere Geschütze auffahren. Denn wer nicht wenigstens 50.000 Euro anlegt, bekommt weniger Zinsen: fünf Prozent für Summen ab 25.000 Euro und nur 4,25 Prozent für alles unter 10.000 Euro.
Bei kleinen Anlagebeträgen ist man mit einem guten Tagesgeldkonto besser bedient - einfacher wird die Sache auf jeden Fall. Denn das Quartal-Sparen besticht nicht gerade durch seine Übersichtlichkeit, was auch daran liegt, dass sich der Spitzenzins aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Zunächst ist da der Basiszins von mageren 0,5 Prozent. Den zahlt die Postbank auf jeden Fall. Abhängig von der Höhe der Einlage gibt es einen Bonus zwischen 2,75 und 3,75 Prozent auf das Guthaben, das während des gesamten Quartals auf dem Konto lag. Damit kommt man beispielsweise bei einer Einlage von 10.000 Euro auf 3,5 Prozent Zins. Attraktiver wird das ganze durch den Extra-Bonus: Sofern man das Geld ein halbes Jahr nicht anrührt, steigt des Zinssatz um einen weiteren Prozentpunkt. 5,25 Prozent kommen nur zustande, wenn mindestens 50.000 Euro sechs Monate unangetastet auf dem Konto liegen. Ansonsten ist der Ein-Prozent-Bonus ab dem Zeitpunkt der ersten Verfügung futsch.
Nicht zu früh überweisen
Kunden, die auf den Bonus verzichten, können mit der Spar-Card jederzeit auf ihr Geld zugreifen, die ersten zehn Auslandsabhebungen sind sogar kostenlos. Mehr als 2000 Euro im Monat bekommt man allerdings nicht, dazu muss das Konto schon gekündigt werden - und zwar drei Monate im Voraus. Flexibilität ist also nicht gerade die Stärke des Quartal-Sparens. Immerhin gilt das Angebot nicht nur für Neukunden. Das Geld darf vorher allerdings noch nicht bei der Postbank angelegt gewesen sein.
Zinsjäger, die sich von den Bedingungen nicht abschrecken lassen, können sich noch bis zum 30. Juni Zeit lassen bevor sie ihr Geld aufs Konto schaufeln. So lange sollte man auch warten, denn die Hochzinssaison beginnt erst im Juli. Guthaben, das vorher eintrifft, wird nur mit 0,5 Prozent verzinst - meist gibt es selbst auf dem Girokonto mehr.
Fazit: Wer 50.000 Euro oder mehr bis Ende des Jahres sicher parken will, sollte sich die Konditionen der Postbank sichern - dabei aber nicht die rechtzeitige Kündigung Anfang Oktober vergessen. Anleger, die es lieber flexibel mögen, sind mit Tagesgeld auf jeden Fall besser bedient. Bei Beträgen unter 10.000 Euro bietet sich beispielsweise das Tagesgeldkonto von Tchibo an, hier sind für die nächsten sechs Monate sogar 5,55 Prozent garantiert - ganz ohne Fallstricke.