Ratgeber

Kfz-Versicherung Fast alle können sparen

Für Kfz-Versicherer ist jetzt Hochsaison. Wer seine Autoversicherung wechseln möchte, muss bis zum 30. November kündigen, denn da läuft bei den meisten Verträgen die Kündigungsfrist ab. Insgesamt wird Autofahren immer teurer.

Der ADAC und das Statistische Bundesamt ermitteln in ihrem Autokosten-Index in diesem Jahr ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Darin enthalten sind unter anderem die gestiegenen Benzin- und Versicherungskosten. Grund genug, um den eigenen Versicherungstarif auf den Prüfstand zu stellen, denn bei vielen Kunden flattern momentan schon die Mitteilungen der Versicherer für das neue Versicherungsjahr 2011 ins Haus – und die meisten müssen mit einer Beitragserhöhung rechnen.

Um eine Orientierungshilfe zu geben, hat die Stiftung Warentest sechs Modellkunden für 152 Haftpflicht- und Kaskoversicherungen miteinander verglichen. Für die Beitragshöhe der Versicherung sind viele Kriterien entscheidend. Da spielt nicht nur eine Rolle, welches Auto versichert werden soll, sondern auch wer es fährt, wie viele Kilometer im Jahr zurückgelegt werden, wo es hauptsächlich steht und wo es zugelassen wird.

Stichtag 30. November

"Grundsätzlich kann jeder sparen, der vergleicht", meint Beate-Kathrin Bextermöller von der Stiftung Warentest. Zwischen den teuersten und den günstigsten Tarifen haben die Tester sehr große Beitragsunterschiede festgestellt – bis zu einigen hundert Euro pro Jahr.

In den Modellfällen lagen oft Tarife der WGV, Huk24 und Direct Line unter den besten Zehn - sie lassen sich allerdings nur per Internet, Telefon oder Post kontaktieren. Wer lieber einen Vertreter vor Ort haben will, kann bei der Huk-Coburg Allgemeine oder der OVAG nachfragen.

Fahranfänger mit erhöhtem Sparpotenzial

Die größten Preisunterschiede gibt es bei den Fahranfängern. Sie müssen für ihren Versicherungsschutz tief in die Tasche greifen. Besonders dann, wenn sie ein altes Auto fahren, kostet sie die Versicherung oft nicht weniger als das Auto selbst.

Wesentlich günstiger kommen Fahranfänger weg, die vorher am begleiteten Fahren teilgenommen haben. Hier haben die Tester ein Sparpotenzial von 50 bis 200 Euro ausgemacht. Bislang ist das begleitete Fahren nur in Modellregionen möglich. Ab 2011 soll es flächendeckend eingeführt werden. Jugendliche können dann schon mit 17 Jahren den Pkw-Führerschein machen und müssen anschließend bis zum 18. Geburtstag bei jeder Fahrt einen mindestens 30-jährigen Führerscheininhaber mit an Bord haben. Dieser muss als Begleitperson auch im Führerschein eingetragen worden sein.

Eine weitere Möglichkeit zu sparen ist, dass das Auto bei derselben Gesellschaft wie das Auto der Eltern versichert oder von den Eltern als Zweitwagen anmeldet wird. Auch frühere Moped- oder Mofafahrer können laut Finanztest von einem günstigen Angebot für eine Autoversicherung profitieren.

Vorsicht bei Light- und Basistarifen

Um im Preiskampf um den Kunden bestehen zu können, haben viele Versicherer mittlerweile unterschiedliche Tarife im Angebot. Darunter befinden sich auch so genannte Light- oder Basis-Tarife. Hier sollte man allerdings genauer hinschauen, denn bei diesen Tarifen wurden Leistungen zusammengestrichen und sie sind oft an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Unterschiede gibt es beispielsweise bei grober Fahrlässigkeit, wo die Basis-Tarife in der Regel nur nach der gesetzlichen Quotenregelung gehen. Häufig ist auch die Höhe der Deckungssumme bei den Standardtarifen höher. Einschränkungen gibt es zudem beim Zusammenprall mit Tieren und im Kasko-Versicherungsfall wird die Werkstatt vom Versicherer bestimmt. Wer einen Neuwagen versichert, sollte zudem darauf achten, dass der Versicherer im Falle eines Unfalls diesen möglichst lang voll erstattet. Gute Tarife bieten hier mindestens eine Karenzzeit von einem Jahr und mehr.

Kfz-Versicherungspolicen - Individueller Vergleich

Quelle: ntv.de