Ratgeber

Proteinpulver im Test Fast die Hälfte fällt durch

imago92983292h.jpg

Proteinshakes sind in den meisten Fällen nicht notwendig.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Bei Sportlern sind Eiweißpulver sehr beliebt: Sie sollen beim Muskelaufbau und beim Abnehmen helfen. Stiftung Warentest hat 21 Proteinpulver auf Inhaltsstoffe, Geschmack und Nutzen geprüft.

Vor oder nach einem harten Training greifen viele Freizeit- und Leistungssportler zu einem Proteinpulver. Stiftung Warentest hat 21 Exemplare genauer unter die Lupe genommen. Die Eiweißqualität konnte bei allen Produkten überzeugen. Anders sah das in Sachen Schadstoffgehalt und Geschmacksqualität aus.

Keine Doping-Mittel enthalten

Die Tester überprüften alle Proteinpulver auf eventuell enthaltene Anabolika und andere Doping-Mittel. Hier fiel das Ergebnis sehr positiv aus: Pharmakologisch wirksame Substanzen fanden sie in keinem der getesteten Produkte. Insgesamt gab es elf Testsieger, welche die Note befriedigend oder besser erhielten. Darunter befand sich zum Beispiel das günstige Eiweiß-Shake-Pulver 90 von dm für 2,15 Euro* oder auch das Whey Protein von Mammut für 1,70 Euro. Beide Produkte konnten auch geschmacklich und geruchstechnisch überzeugen (Note 2,0).

Bio-Eiweiß-Shakes mit Schadstoffen

Überraschenderweise sind auch Proteinpulver mit EU-Biosiegel nicht frei von Schadstoffen, darunter das von Pur Ya! für 4,35 Euro. Die drei mit pflanzlichem Eiweiß aus Soja, Erbsen oder Lupinen angereicherten Produkte im Test fielen in diesem Punkt sehr negativ auf. Die Tester fanden zu viel Aluminium und Nickel darin. Vermutlich wurden die Schadstoffe aus dem Boden aufgenommen. Aluminium kann das Nervensystem schädigen und Nickel steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Weitere problematische Inhaltsstoffe, die nachgewiesen wurden, sind 3-MCPD und Mineralölbestandteile. Vermutlich kamen sie durch die Produktionsverfahren in die Shakes. Unter den vier Produkten, von denen Warentest eindringlich abrät, befindet sich auch ein Eiweiß-Shake von Rossmann für 1,89 Euro.

Eiweißpulver meistens unnötig

In den meisten Fällen sind Proteinpulver gar nicht notwendig, denn der Eiweißbedarf kann sehr leicht über die Ernährung gedeckt werden. So benötigen Nicht- und Freizeitsportler pro Kilogramm Körpergewicht 0,8 Gramm und Leistungssportler 1,2 bis 2 Gramm Eiweiß täglich. Mehr als 1,6 Gramm Eiweiß bewirkt bei Leistungssportlern Studien zufolge keinen Muskelzuwachs mehr, weshalb Protein-Shakes in den meisten Fällen überflüssig sind. Warentest empfiehlt sie lediglich für Spitzenturner, Profi-Balletztänzer und Skispringer, da diese auf ein niedriges Gewicht achten müssen und sich daher sehr energiereduziert ernähren. Ebenso können Sportler auf Reisen, wo eine ausreichende Eiweißzufuhr oft nicht möglich ist, von Protein-Shakes profitieren.

*alle Preisangaben pro 100 Gramm

Quelle: ntv.de, imi