Ratgeber

Nur jeder vierte Fonds ist gutFaules in der Fondspolice

23.06.2010, 11:56 Uhr

"Welche Fonds sind eigentlich drin in meiner fondsgebundenen Versicherung?" Diese Frage sollten sich Anleger ruhig öfter stellen. Eine aktuelle Studie ergab: Viele Versicherer setzen auf Mittelmaß und bleiben unter ihren Möglichkeiten.

Verbraucherschützern sind sie wegen hoher Gebühren ein Dorn im Auge, im Vertrieb werden sie dagegen als sichere Anlage mit guten Wachstumschancen beworben: Fondsgebundene Versicherungen. Eine Studie von Feri EuroRating Services zeigt nun allerdings, dass viele der angebotenen Fonds deutliche Schwächen haben. 60 Versicherungen mit insgesamt mehr als 90 Prozent Marktanteil nahmen die Analysten unter die Lupe. Nur jeder vierte der 2994 angebotenen Fonds kam demnach auf ein A- oder B-Rating, das mittelfristig eine stabile überdurchschnittliche Performance bei relativ niedrigem Risiko erwarten lässt.

Klassiker ohne Glanz

Die Versicherer setzten vor allem auf Klassiker, die ihre Spitzenposition allerdings nicht unbedingt mit einer guten Performance rechtfertigten, so die Kritik der Ratingagentur. Beliebt ist beispielsweise der Templeton Growth Fund. Der galt früher als Top-Performer, hat seine besten Zeiten aber schon eine Weile hinter sich und wird heute bei Feri nur noch auf "D" gestuft. Dennoch ist er in 35 der 60 Policen vertreten. Der am häufigsten vertretene Fidelity Euopean Growth kommt immerhin auf ein "B", genauso wie der DWS Vermögensbildungsfonds I, der ebenfalls in vielen Versicherungs-Portfolios zu finden ist.

Gelegentlich nutzen Anbieter die Policen offenbar auch, um ihre eigenen Fonds unterzubringen – nicht immer zum Vorteil der Versicherten. Diese Tendenz beobachtete die Agentur vor allem beim Sparkassenverband und dem genossenschaftlichen Verbund. Häufig schnitten die hauseigenen Produkte schlechter ab als Fremdprodukte. "Der Anteil der Top-Ratings unter den hauseigenen Fonds liegt mit nur 16 Prozent deutlich niedriger als bei Fremdfonds mit 29 Prozent", kommentiert Feri-Analyst André Härte, der bei der Fondswahl der Versicherer "akuten Handlungsbedarf" sieht.

Quelle: ino