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Handwerker von der Steuer absetzen Gericht stärkt Hausbesitzer

Wenn Privatleute Handwerker bezahlen, können sie die Kosten in der Regel in der Steuererklärung geltend machen. Doch wie sieht es aus, wenn die Handwerker jenseits des Gartenzauns auf öffentlichem Straßenland tätig werden müssen?

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Absetzbar sind 20 Prozent der Lohnkosten. Sie müssen deshalb in der Rechnung extra ausgewiesen werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer Handwerker für Arbeiten an Haus und Garten engagiert, kann die Kosten von der Steuer absetzen. Auch wenn die Handwerker jenseits der Grundstücksgrenze auf öffentlichem Straßenland tätig werden, kann man unter Umständen den Fiskus beteiligen, hat jetzt das Finanzgericht Berlin-Brandenburg klargestellt.    

In dem Fall ging es um den Anschluss an die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung eines Einfamilienhauses, das zunächst durch einen Brunnen mit Trinkwasser versorgt wurde. Dann schloss der zuständige Zweckverband den Haushalt an das Wassernetz an. Die Kosten dafür hatten die Hausbesitzer zu tragen, die daraufhin die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen begehrten. Das zuständige Finanzamt lehnte ab.  

Vorm Finanzgericht hatten die Kläger nun aber Erfolg. Es sah die Anschlussarbeiten als nicht trennbare einheitliche Leistung für das Grundstück der Kläger an. Diese sei auch dann begünstigt, wenn sie auf dem anliegenden Straßenstück ausgeführt würde. Außerdem sei es kein Hindernis, dass es sich bei dem Hausanschluss um eine hoheitliche Maßnahme handele. Entscheidend sei allein die Art der Leistung, nicht, ob sie privat beauftragt sei oder von einem Hoheitsträger veranlasst.

Noch ist das letzte Wort in dem Fall aber nicht gesprochen: Wegen der grundlegenden Bedeutung hat das Finanzgericht die Revision zum Bundesfinanzhof in München zugelassen. Seit 2007 können Steuerpflichtige haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen geltend machen. Absetzen lassen sich 20 Prozent der Lohnkosten von bis zu 6000 Euro, insgesamt spart man also bis zu 1200 Euro im Jahr.

Quelle: n-tv.de, ino

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