Worauf Reisende verzichten könnenGut versichert in den Urlaub
In den kommenden Wochen beginnen für viele die Sommerferien. Für den Versicherungsschutz bei Reisen ins Ausland sind Rundum-Pakete Verbraucherschützern zufolge meist überflüssig. Besser ist es, sich gezielt abzusichern.
Verbraucherschützer halten die Reisekrankenversicherung für die einzig wichtige Urlaubsversicherung. Sie übernimmt im Ausland die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckten Kosten. Wichtig ist sie vor allem bei Fernreisen. Doch selbst innerhalb Europas zahlt die Kasse nur die im Gastland übliche Behandlung, und die fällt oft bescheidener aus als in Deutschland. Zudem steht die private Versicherung für einen notwendigen Rücktransport ein, den keine Kasse übernimmt. Auch für Privatversicherte kann der Zusatz sinnvoll sein. Gute Jahrespolicen sind schon für weniger als zehn Euro pro Versichertem zu haben.
Reiserücktrittsversicherungen sind eher für teure Reisen sinnvoll, da sie die Stornokosten zahlt, wenn die Tour nicht angetreten werden kann. Als wichtige Rücktrittsgründe gelten plötzliche Unfälle, Krankheiten oder der Tod von Mitreisenden und Angehörigen, Schwangerschaft oder ein Brand. Die Police kostet bei einem Reisepreis von 1500 Euro pro Person zwischen 40 und 60 Euro. Sie gilt häufig nur bis zum Reiseantritt. Soll der Abbruch eines Urlaubs während der Reise mitversichert werden, fallen höhere Kosten an.
Die Reisegepäckversicherung soll den Verlust des Reisegepäcks ersetzen, ist nach Ansicht von Experten jedoch überflüssig. Denn die Versicherungen werfen dem Kunden meist eine Mitschuld an dem Diebstahl vor. So muss der Koffer zwischen die Beine geklemmt und die Kamera am Körper befestigt werden. In südlichen Ländern wird für den Verlust von Schmuck nicht gezahlt. Zudem ist die Schadensumme begrenzt: Schecks, Flugtickets oder Kunstobjekte sind gar nicht versicherbar. Bei einem Einbruch oder Raub in Gebäuden, etwa im Hotelzimmer oder Parkhaus, zahlt in Europa die Hausratversicherung.
Schutzbriefe bieten nur einen sehr beschränkten Schutz bei Autopannen. Die Entschädigungsgrenzen sind oft so niedrig, dass jeder, der sich einen Auslandsurlaub leisten kann, auch solche Beträge zahlen kann. Nützlicher als eine Schutzbriefversicherung ist eine einfache Mitgliedschaft in einem Automobilclub, der im Ausland Ansprechpartner hat.
Bei der Mallorca-Police handelt es sich um eine europaweite Zusatzversicherung für Mietwagen - nicht nur auf Mallorca. Sie zahlt Forderungen, die bei einem Unfall über die oft geringen Mindestversicherungssummen des Gastlandes hinausgehen. Verbraucherschützer halten die Police für recht sinnvoll.