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Teurer Strom Hartz-IV-Empfänger zahlen drauf

Die Stromkosten sind eigentlich im Hartz-IV-Regelsatz abgegolten. 29 Euro sind dafür angesetzt. Das reicht den meisten Stromkunden inzwischen aber nicht mehr aus. Vor allem im Osten müssen viele Arbeitslosen drauflegen.

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In strukturschwachen Gebieten sind die Netznutzungsentgelte höher, das merkt man am Strompreis.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

29 Euro sind in der Hartz-IV-Regelsatz für die Stromversorgung eingerechnet. Die durchschnittlichen Stromkosten von Alleinstehenden liegen aber um bis zu 30 Prozent darüber, hat das Vergleichsportal Check24 ausgerechnet. Am stärksten betroffen sind demzufolge Verbraucher in Ostdeutschland. Dort gibt es nicht nur besonders viele Arbeitslose, auch die Stromkosten sind überproportional hoch. In allen ostdeutschen Bundesländern – mit Ausnahme von Berlin – liegen Kosten über dem Bundesdurchschnitt.

 

Im Schnitt muss ein alleinstehender Arbeitsloser mit einem Jahresverbrauch von 1500 kWh 35 Euro für Strom ausgeben. Hartz-IV-Empfänger müssen also sechs Euro zusätzlich abzwacken. In Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und auch in Rheinland-Pfalz liegen die tatsächlichen Durchschnittskosten fast zehn Euro darüber. Selbst wenn der Regelsatz wie geplant von 359 Euro auf 364 Euro erhöht wird, reicht er nur Hartz-IV-Empfängern in den Stadtstaaten, um die Stromkosten vollständig zu begleichen. Aufgrund günstiger Infrastruktur- und Belieferungskosten liegen die Stromkosten beispielsweise in Hamburg und Berlin 16 Prozent niedriger als in strukturschwachen Gebieten. Denn dort sind die Netznutzungsentgelte besonders hoch.

Wechseln ist schwierig

Erwerbstätige Stromkunden können einfach zu einem günstigeren Anbieter wechseln und sparen damit oft über 100 Euro im Jahr. Arbeitslose scheitern allerdings oft an der Bonitätsprüfung des neuen Versorgers. Das heißt aber nicht, dass Hartz-IV-Bezieher in der teuren Grundversorgung verbleiben müssen. Isabel Wendorff von Check24 rät zu Hartnäckigkeit, versuchen sollte man den Wechsel auf jeden Fall. Wenn man bei günstigeren Anbietern abblitzt, empfiehlt Wendorff einen Anruf beim eigenen Versorger: "Oftmals können Kunden einen günstigeren Alternativtarif des Grundversorgers wählen."

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Quelle: n-tv.de, ino

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