Ratgeber

Mieter lüftet zu wenig Schadenersatz für Schimmelbildung

Falsches Heizen und Lüften kann teuer werden. Verursacht ein Mieter durch sein Verhalten einen Schaden an der Wohnung, muss er dafür aufkommen. Das gilt etwa, wenn sich Schimmel bildet.

Hat der Mieter nicht richtig gelüftet und geheizt, kann der Vermieter einen Schadensersatz fordern.

Ein Schimmelfleck: Hat der Mieter nicht richtig gelüftet und geheizt, kann der Vermieter einen Schadenersatz fordern.

(Foto: dpa)

Schimmel ist ungesund und berechtigt Mieter wegen eines Mangels des Mietobjekts zur Mietminderung. Allerdings nur dann, wenn der Mieter selbst keine Schuld daran trägt.

Schwarze Flecken an den Wänden sind ein sicheres Zeichen von zu viel Feuchtigkeit in der Wohnung. Abhilfe schafft meist schon das mehrmalige Stoßlüften. Wie oft das durchzuführen ist, ist eine Frage der Zumutbarkeit.

Wird allerdings zu wenig gelüftet, bildet sich Schimmel in der Wohnung. Mieter müssen dann Schadenersatz zahlen. Der Vermieter muss jedoch zuvor eine Frist zur Beseitigung setzen, wie sich aus einer Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken ergibt (Az.: 10 S 29/11). Darauf weist der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hin.

In dem verhandelten Fall hatte sich in einer Wohnung Schimmel gebildet, weil der Mieter nicht richtig lüftete und heizte. Der Vermieter forderte vor Gericht, dass der Mieter die Kosten für die Beseitigung des Schimmels übernehmen müsse. Er scheiterte damit jedoch, weil er keine Frist zu dessen Beseitigung gesetzt hatte.

In einem anderen Fall, der vor dem Landgericht Frankfurt/Main (Az.: 2-17 S 89/11) verhandelt wurde, hatte ein Bewohner die Miete gemindert, da die Wohnung von Schimmel befallen war. Für ein eigens beauftragtes Gutachten hatte er zudem Geld von der Miete einbehalten. Ein im Gegenzug vom Vermieter beauftragtes Gegengutachten kam jedoch zu dem Ergebnis, dass nicht die Wohnung schimmelursächlich, sondern das Verhalten des Mieters verantwortlich ist. Zudem war vor dessen Einzug in der baulich unveränderten Wohnung kein Schimmel vorhanden. Das Gericht gab dem Vermieter recht.

Ein Pilzbefall könne laut Vermietergutachten durch vorübergehendes drei- bis viermaliges Stoßlüften beseitigt werden. Zudem entschied das Landgericht, dass stoßweises Lüften - morgens und abends - auch den berufstätigen Mieter nicht überfordert.

Quelle: ntv.de, awi/dpa