Ratgeber

Kurz vor der Pleite? Schufa gibt jetzt Firmenauskunft

Ist der Bauträger seriös oder steht er kurz vor der Pleite? Kann der neue Arbeitgeber das zugesicherte Gehalt überhaupt zahlen? Solche Fragen lassen sich künftig ganz einfach beantworten: Die Schufa bietet jetzt nämlich auch Unternehmensauskünfte für Verbraucher an.

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Bei Insolvenzen haben die Gläubiger in der Regel gleichberechtigte Ansprüche.

(Foto: picture alliance / dpa)

Verbraucher können künftig Auskünfte über die Finanzkraft von Unternehmen abfragen. Wer bei einem größeren Geschäft oder einem Auftrag an eine Firma Risiken befürchtet, kann eine sogenannte Unternehmensauskunft bei der Schufa anfordern. Auf diese Weise können etwa Bauherren überprüfen, ob ihre potenzielle Baufirma nicht kurz vor der Insolvenz steht. Nach Zahlen des Bauherren-Schutzbundes wird fast jeder fünfte Bauherr mit Firmeninsolvenzen konfrontiert, der Schaden beläuft sich auf 15.000 Euro im Schnitt. Interessant ist die Information auch für Kunden von Handwerkern, die Vorkasse verlangen. Und Arbeitnehmer können bei einem Stellenangebot prüfen, wie finanzstark der potentielle neue Arbeitgeber ist.

Die Unternehmensauskunft kommt allerdings nur in Frage, wenn es um größere Summen geht. Die Information ist nämlich nicht ganz billig: Zunächst müssen sich die Verbraucher auf der Internetseite meine-schufa.de anmelden, was einmalig 18,50 Euro kostet. Für die Auskunft selbst werden dann pro Firma 28,50 Euro berechnet. Vor dem Abruf muss man bestätigen, dass sie "ein berechtigtes Interesse" an den angefragten Daten besteht - etwa, weil man wirtschaftliche Risiken eingeht.

Ampelsystem für Bonität

Die Unternehmensauskunft enthält die grundlegenden Angaben zu den Firmen, etwa zu den Eigentümern, der Geschäftsführung, dem Gründungsdatum und Geschäftszahlen. Die Finanzkraft gibt die Schufa mit Hilfe einer Ampel an: Grün steht für ein niedriges Insolvenzrisiko, gelb weist auf Zahlungsschwierigkeiten hin, bei rot liegen laut Schufa "Informationen über eine Insolvenz" vor. Ein Text dazu stuft die Bewertung weiter ab, etwa in dem das grüne Ampellicht als "stark unterdurchschnittliches Risiko" von Zahlungsproblemen eingeordnet wird.

Die Schufa hat nach eigenen Angaben Daten zu allen 1,5 Millionen Firmen, die im deutschen Handelsregister eingetragen sind. Dort müssen sich alle etwas größeren Firmen registrieren. Die Datenbank umfasst laut Schufa aber auch Kleingewerbetreibende und Freiberufler. Ihre Daten erhält die Schufa von ihren Vertragspartnern, die auch Daten abfragen - etwa von Banken und Inkassofirmen.

Quelle: ntv.de, AFP

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