Ratgeber

KrankenzusatzversicherungenSinnvoll oder unsinnig?

17.04.2007, 08:07 Uhr

Gesundheitsleistungen wie eine neue Brille oder eine Heilpraktikerbehandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen schon länger nicht mehr übernommen. Private Krankenzusatzversicherungen versprechen diese Lücken jetzt zu schließen.

Gesundheitsleistungen wie eine neue Brille oder eine Heilpraktikerbehandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen schon länger nicht mehr übernommen. Private Krankenzusatzversicherungen versprechen diese Lücken jetzt zu schließen. Doch das ist nicht immer der Fall beziehungsweise von Patient zu Patient unterschiedlich.

Grundsätzlich sind diese Angebote gründlich zu prüfen. Denn die Grundversorgung im Krankheitsfall durch die gesetzliche Krankenkasse wird durch die privaten Offerten nicht immer sinnvoll ergänzt. Laut des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen kann dies im Falle von Paketversicherungen sein, die verschiedene Leistung wie eine Zahnzusatzversicherung und die Kostenübernahme für Brillen zu vermeintlich günstigen Konditionen miteinander verbinden.

Doch auch Einzelzusatzversicherungen können Fallstricke beinhalten. Viele übernehmen zwar die Kosten für Brillen und Kontaktlinsen, aber nur bis zu einem gewissen Betrag, der oft auf 200 Euro begrenzt ist und nur alle zwei bis drei Jahre gewährt wird. Dafür lohnt es sich schon selbst ein paar Euro monatlich zur Seite zu legen. Für die Übernahme von Heilpraktikerbehandlungen müssen die Patienten ausrechnen, ob sie im Jahr so oft zum Heilpraktiker gehen, dass die mögliche Erstattung der Zusatzversicherung höher ist als der Jahresbeitrag.

Selbst sparen als Alternative

Ebenso sind bei einigen Ergänzungsversicherungen für Zahnersatz die Leistungen genau zu prüfen. Sie greifen oft erst Monate, manchmal Jahre nach Abschluss der Versicherung. Zudem sind die Beiträge von dem Zustand der Zähne abhängig: Wer noch alle Zähne hat, zahlt niedrige Beiträge, benötigt wahrscheinlich aber auch lange keinen Zahnersatz und zahlt entsprechend lang und damit wiederum viel Geld ein. Höhere Beiträge werden fällig, wenn zum Beispiel bereits drei Zähne fehlen. Der braucht wahrscheinlich bald Zahnersatz, den er aber erst nach der vertraglich vereinbarten Wartezeit bekommt. In dieser Zeit hat er in manchen Fällen aufgrund seiner hohen Beiträge schon eine stattliche Summe einbezahlt, die unter Umständen für den Zahnersatz reichen würde, hätte er privat gespart und bei der Bank auch noch Zinsen dafür bekommen.

Unabhängig davon, welche Zusatzversicherung abgeschlossen wird, eine eingehende Prüfung ist unerlässlich.