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Worauf Studenten achten müssen So klappt es mit dem Bafög

Wann muss man seinen Bafög-Antrag stellen? Und wie lange dauert die Bearbeitung? Wer zum ersten Mal eine staatliche Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) haben möchte, stellt sich oft diese Fragen. Wichtig ist vor allem, rechtzeitig zu handeln.

Wer BaföG möchte, muss erst mal jede Menge Papierkram erledigen. Foto: Andrea Warnecke

Wer BaföG möchte, muss erst mal jede Menge Papierkram erledigen.

(Foto: dpa)

Ein Bafög-Antrag ist viel Papierkram - Studenten können aber einiges machen, damit ihr Verfahren möglichst reibungslos abläuft. Georg Schlanzke vom Deutschen Studentenwerk gibt dazu Tipps.

Der Zeitpunkt für den Antrag

Bafög wird nicht rückwirkend gezahlt. Studenten bekommen die Förderung frühestens von dem Monat an, in dem sie ihren Antrag stellen. Wer zum Beispiel im Oktober ein Studium beginnt und bereits für diesen Monat Bafög-Zahlungen erhalten will, muss spätestens Ende Oktober einen Antrag einreichen. In den meisten Bundesländern ist es inzwischen möglich, Bafög online zu beantragen.

Formloser Antrag reicht

Wer im Oktober auf den letzten Drücker den Antrag stellen will, schafft es vielleicht nicht, alle Unterlagen rechtzeitig zusammenzubekommen. Um die Frist zu wahren, reicht zur Not aber ein formloser Antrag. Eine Formulierungshilfe gibt es unter studentenwerke.de.

Bearbeitungszeit

Die Bearbeitung dauert in der Regel vier bis sechs Wochen, aber auch mal länger. Wer einen vollständigen Erstantrag eingereicht hat und nach zehn Wochen noch kein Geld bekommen hat, kann einen Vorschuss erhalten. Der beträgt bis zu 80 Prozent des Bafög-Betrags, den man voraussichtlich bekommt. Allerdings muss man eventuell zu viel gezahltes Geld später zurückzahlen.

Verlängerung

Bafög-Bezieher müssen jedes Jahr einen Antrag auf Weiterförderung stellen. Damit sie das Geld ohne Unterbrechung erhalten, sollten sie diesen Antrag spätestens zwei Monate vor dem Auslaufen ihrer bisherigen Förderung einreichen.

Förderung im Master

Studenten haben bereits vor der Aufnahme eines Masterstudiums einen Anspruch darauf, verbindlich zu wissen, ob sie förderfähig sind. Das soll es Studierenden ermöglichen, die Finanzierung des Masters besser zu planen. Sie müssen dafür einen schriftlichen Antrag bei dem für sie zuständigen Bafög-Amt stellen.

Rückzahlung

Etwa viereinhalb Jahre nach der Förderungshöchstdauer - also nach der Regelstudienzeit - schickt das Bundesverwaltungsamt den Rückzahlungsbescheid raus. Nach fünf Jahren beginnen normalerweise die Rückzahlungen. Mehr als 10.000 Euro Staatsdarlehen müssen Studenten nicht zurückzahlen - die Summe ist seit 2001 gedeckelt.

Voraussetzungen

Der Staat greift Studenten dann unter die Arme, wenn Eltern nicht für den Unterhalt aufkommen können. Darüber hinaus ist es auch möglich elternunabhängiges Bafög zu erhalten - unter anderem dann, wenn Antragsteller vor ihrem Studium fünf Jahre gearbeitet haben.

Der Höchstbetrag nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz liegt derzeit bei 735 Euro monatlich. Andere Bemessungsgrenzen gelten bei einem Auslandsstudium oder wenn Studenten Kinder haben. Neben eigenem Einkommen oder Vermögen spielen auch das Einkommen der Eltern, der Familienstand und die Geschwisterzahl eine Rolle. Außerdem dürfen Studenten bei Beginn ihrer Ausbildung das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei der Aufnahme eines Masterstudiengangs gilt die Grenze von 35 Jahren.

Quelle: n-tv.de, Marie Blöcher, dpa

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