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Kleine feine Unterschiede Streit um Garantie

Garantie oder Gewährleistung - das ist hier die Frage. Die Ansprüche sind keinesfalls gleich.

Garantie_by_RainerSturm_pixelio.de.jpgEs passiert immer im unrechten Augenblick: Der neue PC quittiert mitten in der Arbeit seinen Dienst oder der Chef ist mit seiner Gattin zum Abendessen geladen und der neue Herd streikt. Doch der Dämpfer in Sachen Karriereplanung ist nur eine Seite des Problems. Die andere ist, rasch und unentgeltlich Ersatz für das gerade erst erworbene Gerät zu bekommen. Denn auch dieses Vorhaben ist nicht immer einfach.

 

Zum Glück sind Garantie und Gewährleistung vertraglich und juristisch klar geregelt. Bei der gesetzlichen Gewährleistung beträgt die Frist in der Regel zwei Jahre. Geht die neue Ware binnen sechs Monaten kaputt, wird bei einem Verkauf zwischen Verbraucher und Unternehmer vermutet, dass bereits beim Kauf ein Defekt vorlag. Nach dieser Frist muss der Käufer beweisen, dass das Gerät bereits beim Kauf defekt war und nicht etwa durch unsachgemäßen Gebrauch Schaden genommen hat.

 

Gelingt dem Käufer der Beweis, so ist der Verkäufer zur sogenannten Nacherfüllung verpflichtet. Er kann das Gerät reparieren oder für Ersatz sorgen. Handelt es sich beim Verkäufer allerdings um eine Privatperson, zum Beispiel bei Internet-Auktionen, so kann die Gewährleistung laut ARAG-Experten durch Individualvereinbarung verkürzt oder gar ausgeschlossen werden.

 

Garantie ist Kulanzleistung

 

Im Gegensatz zur Gewährleistung, die der Hersteller oder Händler erbringen muss, ist bei der Garantie Kulanz gefragt. Denn die Garantie ist eine freiwillige und frei gestaltbare Dienstleistung eines Händlers oder Herstellers gegenüber dem Kunden. Sie bezieht sich immer auf die Funktionsfähigkeit des Gerätes oder bestimmter Teile über einen festgelegten Zeitraum.

 

Die Garantie ist ausgeschlossen, wenn die Ursache des Defekts, zum Beispiel unsachgemäße Handhabung, beim Kunden liegt oder wenn der Kunde versucht hat, selbst eine Reparatur durchzuführen. Die gesetzlich zugelassene Garantie-Höchstdauer beträgt 30 Jahre. Eine sogenannte lebenslange Garantie ist in Deutschland und auch in den meisten Nachbarländern nicht zulässig.

 

Sind alle Nacherfüllungsversuche fehlgeschlagen, weil die Reparaturen das Problem nicht beheben und auch das Ersatzgerät kaputt oder nicht mehr zu beschaffen ist, kann der Kunde laut den Versicherungsexperten entweder eine Preisminderung verlangen oder vom Vertrag zurücktreten. Bei der Minderung ist der Kaufpreis im Verhältnis zwischen einwandfreiem und defektem Zustand herabzusetzen.

Quelle: n-tv.de, dpa