Ratgeber
Dienstag, 03. August 2010

Klage gescheitert: Transsexuell ist nicht behindert

Keine Kinder bekommen zu können gilt nicht als Behinderung.
Keine Kinder bekommen zu können gilt nicht als Behinderung.

Transsexualität alleine ist keine anerkannte Behinderung. Das hat das Landessozialgericht Stuttgart entschieden und damit die Klage einer 36-jährigen aus Karlsruhe abgelehnt. Nach einer geschlechtsanpassenden Operation forderte die Frau, einen Behinderungsgrad von 60 Prozent anzuerkennen. Sie könne sich schließlich nicht fortpflanzen. (Az.: L 8 SB 3543/09)

Das Sozialgericht Karlsruhe hatte die Frau mit einem Behinderungsgrad von 50 eingestuft. Gründe dafür waren eine Depression, unter der sie wegen ihrer Transsexualität litt, sowie eine starke Migräne. Die Transsexualität an sich wurde aber nicht als Behinderung anerkannt.

Ein Behinderungsgrad von 50 bedeutet für die Betroffenen vor allem einen erhöhten Kündigungsschutz und steuerliche Vergünstigungen. Die Aufwertung von 50 auf 60 bietet keine Vorteile. "Der Frau ging es in erster Linie um eine grundsätzliche Anerkennung der Transsexualität und ihrer Folgen für die Betroffenen", sagte die Sprecherin des Landessozialgerichts.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet Transsexualität als eine Störung der Geschlechtsidentität. Dieser Befund wird gestellt, wenn jemand körperlich eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehört, sich jedoch als Angehöriger des anderen Geschlechts empfindet und danach strebt, diesen Wunsch zu verwirklichen.

Quelle: n-tv.de