Ratgeber

Überforderung, Stress, UnzufriedenheitViele Arbeitnehmer überlastet

04.11.2009, 09:00 Uhr

Über 40 Prozent der Arbeitnehmer klagen über hohen Zeitdruck. Mitarbeiter fühlen sich überfordert. Lärm und ungünstige Arbeitszeiten verschlechtern die Situation zusätzlich.

Männer greifen bei Überlastung eher zum Alkohol, Frauen vertrauen lieber auf Entspannungsübungen. Doch trotz aller Strategien gegen Stress fühlen sich Beschäftigte vermehrt bei ihrer Arbeit überfordert und unter Druck gesetzt.

Das geht aus einer Studie des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen hervor. Von den 2000 Ende vergangenen Jahres befragten Arbeitnehmern in NRW klagten 41 Prozent über hohen Zeitdruck. 2004 traf dies erst auf 38 Prozent zu. Etwa jeder Vierte fühlt sich durch zunehmende Arbeitslast überfordert, gut jeder Dritte durch hohe Verantwortung. Auch Lärm und ungünstige Arbeitszeiten werden zunehmend als psychische Belastung empfunden. Dafür sank die Angst um den Arbeitsplatz: Äußerte sich 2004 noch fast jeder fünfte besorgt, traf dies jetzt nur noch auf jeden siebten Befragten zu.

Gesundheit und Wohlbefinden leiden

Jeder vierte Beschäftigte fühlte sich durch Umstrukturierungsmaßnahmen belastet. Dabei schlägt sich der Leistungsdruck auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden nieder: Mehr als die Hälfte der Befragten leidet unter Rücken- und Gelenkbeschwerden; knapp die Hälfte klagte über Erschöpfung und bemängelte, dass sie nicht abschalten können.

Hobbys, Sport und Familie sind für Frauen wie Männer die am häufigsten genannten Rückzugsfelder aus der Arbeitswelt. Dabei zeigen sich allerdings auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Knapp die Hälfte der Männer gab an, ihre Belastung erträglicher zu gestalten, in dem sie "ein Gläschen trinken". Zu diesem Mittel greifen dagegen nur 30 Prozent der Frauen. Bei ihnen stehen dafür Entspannungsübungen deutlich höher im Kurs. Während 43 Prozent der Arbeitnehmerinnen etwa auch bei Yoga abschalten können, schaffen dies bloß 25 Prozent der Männer.

Quelle: dpa