Ratgeber

Nie wieder Schimmel Was Lüftungsanlagen können

Schimmel in der Wohnung hat oft eine ganz einfach Ursache: Es wird zu wenig gelüftet. Abhilfe schaffen Lüftungsanlagen. Sie reduzieren außerdem die Belastung durch Pollen für Allergiker.

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Egal ob Alt- oder Neubau: Regelmäßiges Lüften muss sein.

(Foto: Thomas Max Müller, pixelio.de)

Dichte Fenster halten Heizungswärme gut im Zimmer. Nichts dringt mehr durch Ritzen und Fugen. Doch das kann gesundheitsgefährdende Folgen haben: Wenn feuchte Luft im Raum nicht regelmäßig entweichen kann, durchfeuchten auf Dauer die Wände und  es bildet sich Schimmelpilz. "Am besten dreimal täglich sollte auch im Neubau und bei sanierten Gebäuden durch geöffnete Fenster stoßgelüftet werden", rät daher Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Aber das schaffen Berufstätige kaum. Für sie können Lüftungsanlagen eine Lösung sein, die automatisch regelmäßig die Luft im Raum austauschen.

"Lüftungsanlagen sind in gut gedämmten Neubauten und energetisch sanierten Altbauten eine sinnvolle Alternative zur klassischen Fensterlüftung", findet Michael Dick von der Energieagentur Nordrhein-Westfalen. Sie sorgen für eine gleichbleibend hohe Qualität der Luft und führen zudem Schadstoffe ab. Effektiv arbeite eine Lüftungsanlage aber nur in einem sehr gut abgedichteten Haus.

Zentrale Lösung ist die beste

Die Anlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen. "Eine optimale Lösung bieten zentrale Lüftungsanlagen", sagt Dick. Sie ziehen mit Hilfe von Ventilatoren die verbrauchte Luft aus Küche, Bad oder Toiletten ab. Diese Räume seien am stärksten durch Gerüche und Luftfeuchtigkeit belastet. Neue Außenluft ströme über Durchlässe in Wohn- und Schlafräumen nach. Das sorgt dafür, dass die Luft durch mehrere Räume hinweg ausgetauscht wird. Die Kosten einer zentralen Abluftanlage liegen laut dena in einem Einfamilienhaus bei etwa 25 bis 45 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer Fläche von 150 Quadratmetern wären das 3750 bis 6750 Euro.

Dezentrale Lüftungsanlagen sind am Fenster angebracht. Ihr Nachteil ist, dass sie immer nur einen einzelnen Raum lüften. Oft sind diese Anlagen auch im Hintergrund zu hören, was insbesondere in Schlafzimmern stören kann. Zwischen 200 und 1000 Euro muss man dafür ausgeben.

Wärme geht nicht verloren

"Besonders effizient sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, da sie die Wärme aus der verbrauchten Luft an die frische kalte Luft weitergeben", erklärt Stolte. Es gibt diesen Effekt bei zentralen und dezentralen Varianten. Wenn die Abluft durch die Anlage strömt, passiert sie einen Wärmetauscher, der die vorhandene Wärme aufnimmt. Damit heizt das Gerät die von außen angesogene kalte Frischluft vor und leitet sie erst dann in das Haus. Das spart Heizkosten. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kostet laut Dick für ein Einfamilienhaus etwa 8000 Euro.

Eine Lüftungsanlage ist bei energiesparenden Neubauten und sanierten Gebäuden nicht zwingend vorgeschrieben. Doch seit 2009 ist bei Neubauten immerhin ein Lüftungskonzept vorgesehen. Das bedeutet, dass der Architekt oder ein Energieberater den Bewohnern eine Handlungsanleitung gibt, wie das Haus belüftet wird - von Hand oder mit einer Anlage. Auch bei älteren Einfamilienhäusern muss ein solches Konzept erstellt werden, wenn man mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster oder der Dachfläche erneuert.

Viele Hausbesitzer verzichten noch auf Lüftungsanlagen. Denn sie werden häufig mit den ungeliebten Klimaanlagen in Büros oder Hotels verwechselt. Die Geräte arbeiten jedoch unterschiedlich. Eine Klimaanlage befeuchtet die Luft, bei einer Wohnungslüftung bleibt sie naturbelassen. Nur eines wird hier auch aufgearbeitet: Ein Filter entfernt Pollen und Rußpartikel aus der Frischluft. Das ist ein Vorteil für Allergiker.

Quelle: ntv.de, dpa

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