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Kleingeld für den Verkäufer Wie viele Münzen sind erlaubt?

Wer hasst es nicht, wenn das Portemonnaie vor lauter Kleingeld schon ganz schwer ist und so dick, dass es kaum noch zu geht? Im Laden einfach alles auf die Kasse zu pfeffern, ist aber nicht immer die beste Idee.

Bei einer einzelnen Zahlung müssen Verkäufer nur maximal 50 Münzen entgegen nehmen. Foto: Marc Müller

Bei einer einzelnen Zahlung müssen Verkäufer nur maximal 50 Münzen entgegennehmen.

(Foto: dpa)

Auch im Zeitalter von Kredit- und Zahlungskarten werden die meisten Einkäufe immer noch mit Bargeld beglich en. Doch was viele nicht wissen: Verkäufer sind nicht dazu verpflichtet, Kleingeld in unbegrenzter Höhe von ihren Kunden anzunehmen. So müssen bei einer einzelnen Zahlung nur maximal 50 Münzen entgegen genommen werden. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Geschäfte, Gaststätten, Hotels oder Tankstellen.

Der Bundesverband deutscher Banken in Berlin weist auf eine entsprechende EU-Verordnung hin. Bei deutschen Euro-Gedenkmünzen im Wert von je 10 Euro gelte ein Höchstbetrag von 200 Euro pro Zahlung. Euro-Scheine sind dagegen gesetzliche Zahlungsmittel und müssen in unbegrenzter Höhe angenommen werden.

Allerdings kann der Verkäufer sich weigern, die Ware gegen einen zu großen Schein auszugeben, wenn er versichert, er habe zu wenig Wechselgeld in der Kasse. Wer zu viele Münzen in der Tasche oder diese sogar über einen längeren Zeitraum gesammelt hat, kann sie kostenfrei bei Filialen der Deutschen Bundesbank in Scheine eintauschen.

Umtausch bei der Bundesbank

Jeder Bürger kann übrigens seine Euro- und Euro-Cent-Münzen in beliebiger Stückzahl kostenfrei bei den Filialen der Deutschen Bundesbank in Banknoten eintauschen. Eine Übersicht mit Adressen und Öffnungszeiten gibt es auf der Internetseite der Bundesbank.

Wer bei einer anderen Bank Geld in Cent-Münzen einzahlen will, muss nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit einer aufwändigen Prozedur und mit Kosten rechnen. Bei einem Test mit 20 Banken hätten einige Geldhäuser verlangt, das Geld sortiert und in Papierrollen verpackt in die Filiale zu bringen, teilte die Verbraucherzentrale mit. Zudem seien teilweise hohe Gebühren verlangt worden.

Viele Banken nähmen der Untersuchung nach eine größere Zahl von Münzen ausschließlich von eigenen Kunden an. Schwierig könne es zudem für Kunden von Direktbanken werden, weil dann nur wenige Filialen zur Einzahlung zur Verfügung stünden, die teilweise auch keine so große Zahl von Münzen akzeptieren wollten.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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