Berlin & BrandenburgWeiterhin zahlreiche antisemitische Übergriffe und Vorfälle

Fast 2.200 antisemitische Vorfälle zählte eine Berliner Dokumentationsstelle im vergangenen Jahr. Die aktuelle Entwicklung zeigt: Das hohe Niveau bleibt bestehen.
Berlin (dpa/bb) - Auch drei Jahre nach dem Terrorangriff auf Israel und dem Beginn des Krieges in Gaza stellt eine Dokumentationsstelle eine anhaltend hohe Zahl von antisemitischen Vorfällen und Übergriffen in Berlin fest. "Das Meldeaufkommen ist auch 2026 unverändert hoch", teilte RIAS Berlin (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) der Deutschen Presse-Agentur mit.
2025 habe RIAS Berlin 2.197 antisemitische Vorfälle gezählt, erklärte die Projektleiterin Julia Kopp. Aktuell deute sich an, dass sich dieses anhaltend hohe Niveau seit dem sprunghaften Anstieg nach dem 7. Oktober 2023 auch 2026 fortsetze. Es gebe weiterhin antisemitische Angriffe, Bedrohungen, Diskriminierungen, zahlreiche Schmierereien und Aufkleber. Diese antisemitischen Vorfälle würden dazu beitragen, dass Jüdinnen und Juden bestimmte Situationen und Orte mieden und ihre Teilnahme am öffentlichen Leben einschränkten, weil sie sich nicht sicher fühlten, hieß es.
Genannt wurden von RIAS auch einzelne Beispiele: Im April wurde in Mitte auf einer Hauswand der Schriftzug "Kill all Jews" (auf Deutsch etwa: Alle Juden töten) entdeckt. Im Juli wurde der Vorsitzende einer jüdischen Gemeinde auf dem Weg zu einem Gottesdienst antisemitisch mit dem Tod bedroht. Dabei habe der Täter mehrfach den Hitlergruß gezeigt. Bei einer Demonstration in Mitte habe es antijüdische Reden und Plakate gegeben.